René van Eckert reagierte niedergeschlagen: Das Ergebnis der SPD sei "suboptimal, um höflich zu bleiben". Er habe es sich nicht so drastisch erwartet. Erschreckend sei der Zuspruch für die AfD, weil erstmals eine rechtsradikale Partei in den Landtag einziehe. Die Grünen wertete der Mellrichstadter als "klaren Sieger der Wahl". Zu seinem persönlichen Ergebnis äußerte er sich nicht. "Das Leben geht weiter", zitierte der 31-Jährige den Fußballtrainer Stepanovic. Nun heiße es "Mund abwischen". Die SPD müsse landespolitische Themen besser an die Bürger bringen, und die demokratischen Parteien müssten sich "Seit an Seit gegen die AfD" stellen.

Birgit Reder-Zirkelbach, die für die Grünen mehr als 12 Prozent im Stimmkreis holte, ist vor allem mit dem Landesergebnis ihrer Partei sehr zufrieden. "Gut, dass wir die zweitstärkste Gruppierung geworden sind in Bayern", sagte sie auf einer Wahlparty in Langendorf (Hammelburg). Inhalte, wie Klimawandel und Zerstörung der Lebensgrundlagen, seien bei den Wählern angekommen. "Herz statt Hetze" zahle sich aus, findet die Diplom-Psychologin. Das Ergebnis der AfD sei bedauerlich, aber das sei eben auch Demokratie.

Patrick Geßner meint, ein zweistelliges Ergebnis für die AfD im ersten Anlauf könne sich "sehen lassen". Der 34-Jährige weiß, dass das Ergebnis im Stimmkreis eher seiner Partei als ihm persönlich galt: "Bei uns ist das so üblich, dafür sind wir Kandidaten einfach noch zu unbekannt." Der Bürokaufmann aus Maßbach will nach dem anstrengenden Wahlkampf jetzt erst mal die Bürger durchatmen lassen, wie er sagt.

Gerald Pittner, Erststimmenkandidat der Freien Wähler, ist begeistert vom bayernweiten Ergebnis der FW. "Wir haben uns flächendeckend verbessert und die AfD hinter uns gelassen". Ihm gelang dies auch im Stimmkreis Haßberge/Rhön Grabfeld, bei den Zweitstimmen schafften es die Freien aber nur auf Platz 5. Wer aus Unterfranken in den Landtag einzieht", sagt der Richter aus Bad Neustadt, wird erst am Montag feststehen, "aber wir haben mit einer starken Liste einen sachbezogenen Wahlkampf geführt". eki