von unserem Redaktionsmitglied 
Dagmar Besand

Kulmbach — Alltagsgegenstände, die man heute kaum noch kennt, waren in der vergangenen Woche das Thema unseres Rätselwochen-Ratespiels. Wir haben unseren Lesern da offensichtlich eine harte Nuss zu knacken gegeben: Nur wenige richtige Einsendungen gingen bei uns ein. Freien Eintritt in die Museen für die ganze Familie mit einem Info-Paket hat Ingeborg Hansen aus Kulmbach gewonnen. Sie hat gewusst, dass das Vorgänger-Gebäude des Vereinshauses früher das Kornhaus war - ein Getreidespeicher.
Und was verbirgt sich hinter den anderen ausgewählten Schaustücken aus dem Landschaftsmuseum Obermain? Bei dem gestickten Bild handelt es sich um einen Kaminschirm aus dem Jahr 1870. Der Kaminschirm, auch Ofenschirm oder Feuerschirm genannt, ist eine frei vor einem Kamin oder Ofen aufstellbare Tafel, die im Sommer eher dekorative Zwecke erfüllte und im Winter vor direkter Hitze und Funkenflug eines offenen Kamins auf Personen oder Möbel schützte und die Wärme besser im Raum verteilte. Bis zur Fertigung aus Metall waren Kaminschirme oftmals bestickt, wie unser schönes Biedermeier-Exemplar zeigt.

Reich verzierte Zunftlade

Bei der reich verzierten Holztruhe mit dem geschnitzten Rind handelt es sich um die Zunftlade der Kulmbacher Metzger aus dem Jahr 1665. Die Zünfte haben über Jahrhunderte ihre Handwerksutensilien in meist hölzernen, mehr oder weniger kunsthandwerklich gestalteten Truhen aufbewahrt: ihre Privilegien und Meisterlisten, die Zunftordnung, Handwerksgelder und briefliche Urkunden sowie Merkzeichentafeln, in die jeder Meister sein Zeichen einzuschlagen hatte.
Bleibt noch das filigran gearbeitete Gefäß aus dem Pörbitscher Schatz. Dabei handelt es sich um eines von insgesamt drei Salzfässchen aus vergoldetem Silber, die zwischen 1550 und 1631 entstanden sein dürften und bei Tisch als Vorläufer der heute üblichen Salzstreuer verwendet wurden.