Es waren wohl mindestens 1000 Hände der gut 500 Gottesdienstbesucher, die sich über die vor dem Altar knienden Sternsinger der St.-Georgspfarrei ausbreiteten, um die über 100 Kinder und Jugendlichen zu segnen und auf ihren Weg zu schicken. Dekan Kilian Kemmer hatte alle Gottesdienstbesucher aufgefordert, mit ihm zusammen um Gottes Segen zu bitten, damit auch heuer wieder die Aktion gelingt.
In seiner Ansprache nahm der Dekan Bezug auf die neue Folge des Filmepos Starwars. Wie im Festtagsevangelium des Dreikönigstages geht es im "Krieg der Sterne" um einen Kampf zwischen Gut und Böse, um ein aus den Fugen geratenes Gleichgewicht der Macht, um eine Prophezeiung und um einen erwarteten Retter und Erlöser, der die Gerechtigkeit wieder herstellt.
Allerdings, so Kilian Kemmer, führe der gute Stern des Jesus von Nazareth - dem die Weisen aus dem Morgenland folgen - keinen gewaltsamen Krieg mit dem sinkenden Stern eines machthungrigen und brutalen Herrschers namens Herodes: "Der Mut zum Dienen, den die Dreikönige unter Beweis stellten, ließ das Gute siegen."
Diesen Mut zum Dienen unterstellte der Dekan auch den über 100 Kindern und Jugendlichen, die am Ende der Weihnachtsferien in 29 Gruppen in ganz Höchstadt und Lonnerstadt samt den Ortsteilen unterwegs sind und ihre Zeit schenken. Sie erbitten für unbekannte, notleidende Kinder in Bolivien Spenden und sprechen unbekannten Hausbewohnern den Segen Gottes für das neue Kalenderjahr zu. Diese Art von Mut, "die Demut von Menschen, sich für andere Zeit zu nehmen, Spenden zu sammeln und Segen zu erbitten", kann nach Ansicht Kemmers "viele Probleme der Welt ohne einen Sternenkrieg lösen".
Der Liederkranz Höchstadt unter der Leitung von Gabriel und Irina Konjaev und Wolfgang Först an der Orgel begeisterten mit ihren teilweise modern arrangierten Liedbeiträgen die Gemeinde in der vollen Stadtpfarrkirche.
Beim anschließenden Empfang des Bürgermeisters vor dem Höchstadter Rathaus bedankte sich Gerald Brehm bei den Verantwortlichen der Sternsingeraktion für ihren herausragenden Einsatz. Besonders die Arbeit von Lukas und Martina Schwägerl hob der Bürgermeister hervor. Seit über 20 Jahren betreut das Ehepaar diese Aktion.
Das Engagement der Sternsinger in Höchstadt wie auch in den Pfarreien des Stadtgebiets in Sterpersdorf, Zentbechhofen und Etzelskirchen spiegelt laut Brehm die soziale Verantwortung der Kirche und der gesamten Bevölkerung Höchstadts wieder. Der Einsatz für andere drückt zugleich die Dankbarkeit für die eigenen Chancen und Möglichkeiten aus, rief Brehm den Jugendlichen in Erinnerung.
Jennifer und Natalie Oleson sowie Lukas Sauer sprachen am Marktplatz den Neujahrssegen und beschrifteten die Türen des Rathauses. Am Samstagnachmittag sind die Höchstadter Sternsinger auf ihrer zweiten Route unterwegs im Norden, Westen und Osten der Stadt. Sollte jemand übersehen worden sein, kann über die Sternsinger-Hotline der Besuch der Dreikönige noch nachbestellt werden unter der Mobilfunknummer 0170/3866322. LM