Buchbach  —  Die grassierende Corona-Pandemie lähmt in vielen Bereichen die zwischenmenschlichen Aktivitäten. So konnten erstmals die Stockheimer Sternsinger wie auch in den anderen Gemeinden nicht von Haus zu Haus ziehen, um den lateinischen Segensspruch "Christus Mansionem Benedicat" (CMB) mit der entsprechenden Jahreszahl an die Türen zu schreiben. Das diesjährige Motto lautet: "Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit".

Bisher ist die Missionsstation Peramiho in Tansania von den Stockheimer Sternsingern unterstützt worden. Und das hat seinen Grund, denn der ehemalige Stockheimer Seelsorger Pater Emmeram Schaller wirkte von 1980 bis 1986 segensreich in der Bergwerksgemeinde. Dann kehrte er an seinen alten Wirkungsbereich nach Afrika zurück und verstarb dort 1999.

Segenstüten zum Abholen

Besondere Zeiten brauchen eben besondere Maßnahmen: Damit die Hygienevorschriften eingehalten werden konnten, sprachen am Ende des Gottesdienstes, den Pfarrer Hans-Michael Dinkel hielt, die zwei Geschwisterpaare Antonia und Julia Renk sowie Paulina und Franz Lauterbach die Segenssprüche. Darüber hinaus wurden "Segenstüten" vorbereitet mit Aufkleber oder Kreide, einem Segensgebet und Informationen über die Aktion. Die Segnung erfolgte mit Weihwasser. Organist Michael Lutz umrahmte an der Orgel den Gottesdienst. Dazu Pfarrer Dinkel: "Ein Lichtstrahl leuchtet in der Finsternis." Wie Kirchenpflegerin Elvira Ludwig mitteilte, liegen die Segenstüten in der Pfarrkirche St. Wolfgang zum Abholen bereit und können gegen eine Spende für diese Aktion, die bis zum 2. Februar verlängert wurde, mitgenommen werden.

In Rothenkirchen waren die Sternsinger am Festtag Heilige Drei Könige als Postboten unterwegs. Sie erhielten im Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bartholomäus den Segen von Pfarrvikar Anton Heinz, den sie dann hinaustrugen zu den Häusern und den Einwohnern von Rothenkirchen.

Wie in anderen Kirchengemeinden auch, brachten die Sternsinger eine Spendentüte und den Segensspruch in die Briefkästen der Hausbewohner. Dies war notwendig, um Sternsinger und Gemeindemitglieder wegen der Corona-Pandemie zu schützen. Die Spendentüten können dann im Gottesdienst oder im Pfarrbüro abgegeben werden, auch auf das Konto der Kirchenstiftung kann überwiesen werden. Vor dem Segen im Gottesdienst trugen die Sternsinger vor der Glaubensgemeinschaft ihre Segenswünsche vor.

Die diesjährige Dreikönigsspendenaktion 2021 soll Waisenkindern in der Ukraine und weltweit zugutekommen. Pfarrvikar Anton Heinz dankte den Ministranten, die sich als Sternsinger bereit erklären, trotz der Umstände durch die Corona- Pandemie die christliche Tradition der Sternsinger zu wahren.

In neuen Gewändern

In Buchbach ist es seit vielen Jahren Brauch, dass auch Kinder der evangelischen Glaubensgemeinschaft die Sternsinger unterstützen und den Segen Gottes von Haus zu Haus bringen. Bereits im Spätherbst konnten die Ministranten von Buchbach ihre neuen Königsgewänder anprobieren, welche mit Spenden aus der Ministrantenkasse angeschafft werden konnten. Damit wurden die teils über 20 Jahre alten Mäntel und Umhänge ersetzt.

War man zunächst noch voller Hoffnung, nach alter Tradition auch dieses Mal von Haus zu Haus zu ziehen, beschränkte sich die Aufgabe der Könige 2021 coronabedingt auf die Mitwirkung im Gottesdienst. Stolz trugen Könige und Sterne ihre neuen Gewänder und sprachen den Segen: "Nach sehr beschwerlich langen Reisen steh'n hier, ihr Leute, die drei Weisen. Wir bringen aus der heil'gen Nacht den Segen, der lebendig macht. Ihr, die ihr hier zuhause seid, steht unter seinem Schutz allzeit. Seid Gott und allen Menschen nah, dann bleibt sein Segen immer da. Zum Zeichen diene euch, ihr Lieben, was wir mit dieser Kreide schrieben: Gott schütze euch und euer Haus, und die, die geh'n hier ein und aus. So viele Kinder leiden auf der Welt. Für diese Kinder sammeln wir Geld. Bitte helft mit eurem warmen Herz. Und vertreibt damit den Kinderschmerz. Wir sagen Danke und bis nächstes Jahr: Kaspar, Melchior und Balthasar."

Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Christine Fröba bereitete Segensaufkleber vor, welche gemeinsam mit den Spendentütchen und Weihrauchhütchen durch Pfarrer Cyriac Chittukalam gesegnet wurden. Diese konnten die Gottesdienstbesucher mit nach Hause nehmen. Außerdem wurde der Segen durch einen Erwachsenen in diejenigen Haushalte gebracht, welche sich vorab angemeldet haben.

Bis zum 2. Februar liegen die Segenspäckchen mit Weihrauchhütchen in der Kirche aus. Diese sind selbstverständlich kostenlos. Um Spenden für die Sternsingeraktion bzw. für die Ministrantenkasse wird natürlich gebeten. gf/eh/bb