von unserer Mitarbeiterin Ulrike Langer

Steinsfeld — Obwohl sie nur knapp 200 Mitglieder besitzen, haben die Sportfreunde Steinsfeld zwei neue Rasenspielplätze errichtet und dabei 5000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Voller Stolz und Freude feierten sie nun unter der Schirmherrschaft von Landrat Wilhelm Schneider die Einweihung der neuen "Mühlbach-Arena" zusammen mit ihrem 80-jährigen Bestehen. Das Fest klingt am heutigen Montag ab 18 Uhr aus.
Höhepunkt der viertägigen Feierlichkeiten war der Festgottesdienst am Sonntag, den Pfarrer Rainer Kunkel unter Assistenz von Diakon Michael Nowak im Festzelt zelebrierte und der von den Steinsfelder Musikanten unter der Leitung von Uwe Barthelme musikalisch begleitet wurde. "Sport gehört zu einem gesunden Menschen, denn er ist nicht nur ein geistiges Wesen. Der Mensch braucht Spiel und körperliche Ertüchtigung", sagte der Pfarrer in seiner Predigt. "Ich wünsche den Sportfreunden noch ganz viele Jahre, in denen sie sagen können: Bei uns ist die Welt in Ordnung, unser Verein steht gut da, er ist ein guter Sauerteig in der Gemeinde, der den Menschen ein Gemeinschaftsgefühl gibt."
Weil zum Zeitpunkt der Segnung der beiden neuen Rasenspielfelder am gestrigen Sonntag der Himmel seine Schleusen öffnete, meinte Rainer Kunkel humorvoll: "Ich segne die Plätze vom Zelt aus, Weihwasser kommt ja genug von oben." Anschließend ließ es sich aber Diakon Michael Nowak nicht nehmen, die "Mühlbach-Arena" doch noch mit gesegnetem Wasser zu besprengen.
Nach dem Gottesdienst, in dem der geschäftsführende Vorsitzende des Vorstands der Sportfreunde Steinsfeld, Reinhold Heilmann, zum Totengedenken eingeladen hatte, würdigte dessen Stellvertreter Stefan Fuß den "Chef" Reinhold Heilmann, ohne den der Bau der beiden neuen Spielfelder einschließlich vieler weiterer Arbeiten rund um das Sportgelände nicht möglich gewesen wäre. "Ohne Dich und Deinen Einsatz von der Planung bis zur Umsetzung würden wir heute nicht in diesem Glanz dastehen", sagte er. Auch die Mundartdichterin Anni Reichert zollte Reinhold Heilmann und seinem verstorbenen Vater Ludwig Heilmann in einem Gedicht großen Respekt. Denn zusammen haben beide immerhin 58 Jahre die Geschicke des 80-jährigen Vereins geleitet.
Reinhold Heilmann selbst stellte "die mit großer Leidenschaft vollbrachte Eigenleistung der Mitglieder und Freunde unseres Vereines" in den Mittelpunkt. Erst dadurch sei die Finanzierung des Projekts überhaupt möglich gewesen. "Ich wünsche mir nur, dass die Mühlbach-Arena von vielen Sportlern genutzt werden und weiterhin der Dorfmittelpunkt von Steinsfeld bleiben möge", sagte er.

Lob des Landrats

"80 Jahre Vereinsgeschichte zeigen, dass die Sportfreunde stets die Herausforderungen der Zeit meistern und für andere und für sich selbst einen Zugewinn schaffen", betonte Schirmherr Landrat Wilhelm Schneider. Es sei unglaublich, was die Mitglieder beim Bau ehrenamtlich geleistet hätten. "Damit haben sie bewiesen, dass sie an einem Strang ziehen und der neue Platz ist ein Gewinn für die ganze Gemeinde und unseren Landkreis Haßberge."
Auch Wonfurts Bürgermeister Holger Baunacher freute sich, dass die Sportfreunde dazu beitragen, dass das Leben in der Gemeinde und speziell in Steinsfeld lebens- und liebenswert sei. "Was Ihr hier auf die Beine gestellt habt, ist aller Ehren wert und verdient besondere Anerkennung", erklärte er und ergänzte, dass auch die Gemeinde Wonfurt ihren finanziellen Beitrag geleistet habe.
"Ihr hattet eine Vision und jetzt habt Ihr einen Traum in grün-weiß", sagte der unterfränkische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Günther Jackl, in Anspielung auf die Vereinsfarben. Mit vereinten Kräften hätten die Sportfreunde eines der größten Sportprojekte im Landkreis erfolgreich beendet. "Reinhold Heilmann erlebt heute die Krönung seiner Amtszeit", sagte Jackl, der zugleich feststellte, dass der Verein ohne das Dreigestirn aus Reinhold Heilmann, Stefan Fuß und Finanzchef Ottmar Werner nicht dort stehen würde, wo er heute sei. Weil Heilmann ein "Schlitzohr" sei, habe der Verein die Förderung des Projekts nach den alten, günstigeren Sportförderrichtlinien des BLSV erhalten und dürfe sich nach der neuen Sportstättenförderung auch noch über eine frühere Auszahlung der Gelder freuen.
Glückwünsche überbrachten auch Gerald Makowski, Spielgruppenleiter des Bayerischen Fußballverbandes, die Patenvereine, der FC Blau-weiß Donnersdorf und der FC Haßfurt, sowie viele weitere Vereine.