Kahl — In der Fußball-Landesliga Nordwest erwischte die SpVgg Stegaurach einen Start nach Maß und feierte in Kahl einen 2:1-Erfolg. Die Gäste praktizierten von der ersten Sekunde an ein Pressing, bei dem der ballführende Spieler ständig angegriffen wurde. Allerdings wurden dadurch erzielte Ballgewinne nicht konsequent in Konter umgesetzt. Überhaupt fehlte bei der SpVgg das Offensivspiel, und die Anbindung der Stürmer an das Mittelfeld war holprig.
Da wollte sich die Viktoria nicht lumpen lassen und wehrte sich. Das Debüt von Neuzugang Niclas Strugarov, der im Winter vom SV Erlenbach gekommen war, währte nur elf Minuten. Dann musste er bereits verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Daniel Meßner, der sich kaum warm gespielt hatte, als er bereits eine Freistoßflanke von Alexander Grod per Kopf auf den vollkommen frei stehenden Gökhan Aydin verlängerte. Dieser sagte artig Danke und schoss aus acht Metern zur Führung (13.) ein.
Das war den Stegaurachern gar nicht recht, und plötzlich wurde aus dem sehenswerten Pressing nicht nur ein nickliges Spiel, sondern sie brachten auch noch unnötige Härte in die Partie. So gab es rund 20 Minuten lang viel Hektik, wobei der Schiedsrichter alle Hände voll zu tun hatte. Seine teilweise großzügige Auslegung der einen oder anderen Szene, in der er die Gelbe Karte stecken ließ, wurde ihm am Ende zum Verhängnis.
In der 19. Minute hatte Alex Grod nach einem schönen Alleingang das 2:0 auf dem Fuß, aber Dominik Neblicht rettete zur Ecke. Warum es diese nicht gab, bleibt ein Geheimnis von Schiedsrichter Christoph Schröder. Der Rest der ersten Hälfte ist schnell erzählt. Kahl bemühte sich, aber der letzte Pass oder der sichere Abschluss fehlte.
Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie. Kahl wollte nicht mehr, Stegaurach konnte nicht mehr. Das Pressing hatte Kraft gekostet. Als sich die Gastgeber auf einen 1:0-Sieg einrichteten, kam Stegaurach mit dem Mute der Verzweiflung. Aus dem Nichts fiel der Ausgleich: Nach einem Freistoß schlief die Hintermannschaft der Viktoria - Sebastian Schleicher musste nur noch einschieben (72.). Danach wurde es kaum besser. Ein erneuter Schnitzer der Abwehr und gleich drei Spieler aus Stegaurach liefen frei auf Schlussmann Andreas Wagner zu. Patrick Schmauser erzielte den Siegtreffer.

Tumulte nach dem Schlusspfiff

Das passte der Viktoria so gar nicht ins Konzept, und sie erinnerten sich an die Härte des Gegners aus der ersten Hälfte. Die logische Folge waren noch zahlreiche Verwarnungen und zwei Platzverweise. Nach dem Spiel gab es auch noch einige Tumulte in der Gästekabine, in die auch einige Kahler involviert waren, aber alle Beteiligten hüllten sich anschließend in den Mantel des Schweigens. cm