Landtagsabgeordneter Steffen Vogel (CSU) besuchte auf Einladung von Schulleiter Joachim Brohm und der Geschäftsführerin des Trägervereins, Annette Achilles, die Freie Waldorfschule in Haßfurt zum "Tag der Freien Schulen". Bei dem Rundgang mit Diskussionsrunde war auch die Schülermitverwaltung (SMV) dabei, wie aus einer Mitteilung der Waldorfschule hervorgeht.
Die knapp 300 Schüler der Waldorfschule würden von 33 Lehrerinnen und Lehrern betreut, erklärte Annette Achilles. Alle Eltern zahlten einen Schulbeitrag, der in der Schule in Haßfurt einkommensabhängig errechnet werde. Neben dem Elterngeld finanziere sich die Walddorfschule zu 60 bis 70 Prozent durch staatliche Zuschüsse. Der Rest müsse über das Schulgeld finanziert werden.
Da der Einzugsbereich der Schule in einem Umkreis von 40 Kilometer rund um Haßfurt bis Bamberg und Schweinfurt liegt, seien viele Eltern durch Fahrtkosten belastet. "Im Grunde genommen spart der Staat durch die Existenz der Freien Schulen also Geld", sagte Achilles.
Bei der Besichtigung der Schule brachte sich Steffen Vogel gleich beim ersten Klassenbesuch in einer dritten Klasse selbst mit ein: Die Kinder spielten auf Blockflöten das Lied "Wir lagen vor Madagaskar". Als später drei Strophen vokal vorgetragen wurden, stimmte Vogel mit ein. In anderen Jahrgangsstufen hospitierte Vogel in Mathematik, Biologie, Deutsch, Informatik und in dem für Waldorfschulen bekannten Unterrichtsfach Eurythmie.
In dem Gespräch mit den SMV-Vertreterinnen hob Vogel die Bedeutung von Praktika für die Berufswahl hervor und lobte die Einbettung von vier Pflichtpraktika in den Waldorfschulen. "Jeweils ein Landwirtschafts-, Betriebs- und Sozial- und Feldmesspraktikum können bei der Berufswahl enorm weiterhelfen. Dass diese Praktika verpflichtend im Lehrplan der Waldorfschulen stehen, kann nur begrüßt werden", sagte Vogel.
Nach dem Eindruck von der Waldorfschule befragt, antwortete Vogel: "Sehr positiv. Ich hatte bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Konzept der Waldorfschulen und bin wirklich sehr positiv überrascht. Dieses pädagogische Konzept ist eine gute Alternative, die andere Schwerpunkte setzt als staatliche Schulen. Aber das ist ja auch in Ordnung, schließlich haben wir unterschiedliche Schülerpersönlichkeiten; ich finde eine Wahlmöglichkeit zwischen mehreren Systemen immer gut." red