Die Mitglieder des Domkapitels zu Würzburg haben Ordinariatsrat Dompfarrer Stefan Gessner (49) zum Domkapitular an der Kathedralkirche zu Würzburg gewählt. Bischof Franz Jung bestätigte die Wahl des Domkapitels. Der Termin für die Einweisung und die Aufnahme Gessners in das Domkapitel wird noch bekanntgegeben. Gessner ist Ordinariatsrat und Dompfarrer in Würzburg mit den Pfarreien Dom, Neumünster, Hofkirche und Sankt Peter und Paul. Zuvor wirkte er als Dekan und Pfarrer in den Haßbergen.

Gessner wurde 1972 in Schweinfurt geboren und wuchs in Bergrheinfeld auf. Nach dem Abitur studierte Gessner in Würzburg und Passau Theologie. Bischof Paul-Werner Scheele weihte ihn am 19. Februar 2000 zum Priester. Danach war Gessner Kaplan in Kitzingen-Sankt Johannes und Sulzfeld am Main, ehe er im Herbst 2000 als Kaplan nach Baunach, Lauter, Mürsbach und Gereuth wechselte. 2002 wurde er Kaplan in Waldfenster, Burkardroth, Stralsbach, Premich, Stangenroth sowie Gefäll. 2004 wurde Gessner zum Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft Baunach-Lauter-Mürsbach-Gereuth ernannt. Von 2006 bis 2010 übernahm er die Aufgabe des Dekanatsbeauftragten für Notfallseelsorge im Dekanat Ebern. 2009 wurde er Pfarradministrator und 2010 Pfarrer der Pfarrei Reckendorf und der Kuratie Gerach. Damit war Gessner Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Christophorus im Baunach-, Itz- und Lautergrund, Baunach". 2010 wurde er zum Dekan des neuen Dekanats Haßberge gewählt. Als Regionalsprecher der Dekane der Region Schweinfurt war er Mitglied im Priesterrat und im Diözesanpastoralrat. 2011 leitete Gessner als Pfarradministrator die Pfarreiengemeinschaft "Am Weinstock Jesu, Zeil am Main" und von 2015 bis 2016 die Pfarreiengemeinschaft "Main - Steigerwald, Eltmann". Seit 2017 war er auch Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Kilian und Weggefährten, Pfarrweisach". 2021 wechselte er auf die Stelle des Dom­pfarrers in Würzburg.

Die Besetzung der Kanonikate, der Sitze im Domkapitel, an der Würzburger Kathedralkirche geschieht im Wechsel mittels freier Übertragung durch den Bischof von Würzburg nach Anhörung des Domkapitels oder durch Wahl des Domkapitels mit Bestätigung des Bischofs. Für die Aufgabe eines Domkapitulars geeignet ist nach dem Kirchenrecht ein Priester, der sich durch Rechtgläubigkeit und unbescholtenen Lebenswandel auszeichnet. Das Domkapitel hat die Aufgabe, an den feierlichen Gottesdiensten im Dom zu Würzburg mitzuwirken sowie nach Maßgabe des Rechts in der Verwaltung der Diözese Würzburg Leitungsaufgaben zu übernehmen. Vorsitzender des Domkapitels ist der Dompropst. Jeder Domkapitular fungiert als Rat des Bischofs und hat Sitz und Stimme im Allgemeinen Geistlichen Rat. Weiterhin ist das Domkapitel das Konsultorenkollegium der Diözese und an der Verwaltung des Diözesanvermögens beteiligt. In ihrer Kleidung heben sich Domkapitulare von anderen Priestern ab. Die Domherrenkleidung besteht aus Talar und Zingulum, Rochett, Mozetta und Birett sowie dem Domkapitelszeichen. Dieses ist ein goldenes Kreuz, das auf der einen Seite das Bildnis des heiligen Kilian, auf der anderen Seite das Bildnis des heiligen Andreas zeigt.

In Würzburg besteht das Domkapitel aus Dompropst, Domdekan und acht Kanonikern. Dompropst ist Weihbischof Ulrich Boom, Domdekan ist Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. Domkapitulare sind nach der Einweisung des neuen Mitgliedes Dr. Helmut Gabel, Monsignore Dr. Stefan Rambacher, Monsignore Dietrich Seidel, Christoph Warmuth, Clemens Bieber, Thomas Keßler, Albin Krämer und Stefan Gessner. pow