Auf Einladung der Dekanatsfrauenbeauftragten des Dekanats Kronach-Ludwigsstadt kamen mehr als 40 Frauen in die Schmölzer Kirche zum meditativen Abendspaziergang. Auf vier Stationen in und um Schmölz ging es um das Leben und Wirken von vier starken Frauen der Reformation.
Sabine Siegelin ließ Katharina von Bora eine ungehaltene Rede an ihren Martinus halten. Sie war eine selbstbewusste, kluge und sehr tatkräftige Frau, die viele Schicksalsschläge und tägliche Probleme zu meistern hatte. Danach ging es weiter in den Schmölzer Kräutergarten. Dort erzählte Hermine Fiedler von Magdalena Heymair. Sie hat als Lehrerin gewirkt und theologisches Wissen durch eigene Kinderlieder ihren Schülern (es waren wohl meist Mädchen) beigebracht.


Landwirtschaft und Heilpflanzen

Nach einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Schmölzer Kräutergartens durch Walter Näher ging es weiter mit einem Vortrag überAnna von Sachsen. Als dänische Prinzessin war sie schon von klein auf Lutheranerin. Elke Baumann beschrieb die Landesmutter der Sachsen (Mutter Anna) als kluge Frau, die die Landwirtschaft auf Vordermann brachte und sich der Erforschung und Verarbeitung von Heilpflanzen widmete. Ihr zur Seite stand der Arzt Paul Luther, ein Sohn von Katharina und Martin Luther.
Sabine Alfort stellte bei der letzten Station Argula von Grumbach vor. Diese setzte sich für einen jungen Studenten ein, der von der theologischen Fakultät gezwungen wurde, den lutherischen Gedanken abzuschwören. Ihre Briefe wurden nicht beantwortet, sie konnte aber ihr Anliegen vor dem Reichstag vorbringen. Für die Mächtigen in der Kirche und im Staat wurde sie zunehmend lästiger und man versuchte Druck auf ihren Mann auszuüben. Er verlor seinen Posten und die Familie geriet in eine schwierige finanzielle Situation.


Gottes Gnade als Geschenk

Jede dieser Frauen hat ihre eigene Geschichte, doch allen gleich ist ihre reformatorische Überzeugung: Der Mensch kann und braucht sich Gottes Gnade nicht zu verdienen. Sie ist ein Geschenk. red