75 Jahre gibt es die Firma Schmitter Hydraulik nun schon - zehn davon war sie in Hammelburg, jetzt ist das familiengeführte Unternehmen im Stadtteil Westheim ansässig.Der Firmenslogan lautet: "Wir schaffen Verbindungen". Aber auch das Unternehmen bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont.

Firmengründer Josef Schmitter entschied sich bereits 1947 für die Selbstständigkeit, damals noch mit Sitz in Bielefeld. Gemeinsam mit allen Angestellten und deren Familien feierte die Firma jetzt ein großes Geburtstagsfest anlässlich des 75. Jubiläums der Schmitter Hydraulik GmbH. Gestartet als kleine Handelsvertretung für Autoersatzteile unter dem Firmennamen "Josef Schmitter", beschäftigt das Unternehmen mittlerweile mehr als 130 Mitarbeiter. Und: Nicht nur die Produkte passen perfekt zum Slogan des Unternehmens.

Export in über 35 Länder

Im Laufe der Zeit ist die Firma stetig gewachsen. Schnell zog es das Unternehmen vom ursprünglichen Firmensitz in Bielefeld nach Arnstein. Aus dem kleinen Ersatzteileladen von Josef Schmitter wurde das Versandhandelsunternehmen Schmitter Hydraulik GmbH - eine international tätige Firmengruppe, spezialisiert auf Hydraulik- und Pneumatikbedarf, die ihre Produkte in über 35 Länder der Welt verkauft. Die Idee, das Hydraulik Sortiment auszubauen, existierte bereits seit Beginn der 1990er Jahre, umgesetzt wurde diese allerdings erst 2002. Damit wurde der Grundstein der Schmitter Hydraulik, wie sie heute ist, gelegt.

Seit 2012 hat das Unternehmen seinen Standort nun im Gewerbegebiet Westheim, wo erst vor zwei Jahren eine neue Lagerhalle gebaut und in Betrieb genommen wurde. "Das Unternehmen ist ein starker Partner für uns, die Stadt und auch für den Landkreis Bad Kissingen", freut sich der Bürgermeister der Stadt Hammelburg, Armin Warmuth. Seit dem Wegzug aus Arnstein hat sich der Umsatz des Unternehmens mehr als verdoppelt. Mit ihrem Sortiment von knapp 70.000 Produkten lockt die Schmitter Hydraulik weltweit um die 4000 Kunden an. Und: Auch die Corona-Pandemie überstand das Unternehmen ohne große Ausfälle.

Der Geschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, Prof. Dr. Ralf Jahn, freut sich für die Firma: "Es gibt nur 66 Unternehmen im Landkreis Bad Kissingen, die 75 Jahre alt oder älter sind." Eine solche Firmengeschichte sei etwas sehr Besonderes.

Die Stärke des Unternehmens: "Wir verstehen uns als Familienunternehmen. Wir haben Mitarbeiter, die bald bis zur dritten Generation bei uns tätig sind", freut sich der Geschäftsführer der Firma, Matthias Richter. Sowohl bei ihm als auch bei seinem Partner Andreas Meder blieb die Stelle ebenfalls in der Familie. Die Wertschätzung der eigenen Mitarbeiter ist den beiden Geschäftsführern also ein großes Anliegen. So dankten beide bei der Geburtstagsfeier vor allem den Mitarbeitern für den Erfolg. "Ein Haus besteht aus vielen einzelnen Teilen, ihr alle seid das Fundament", betont Meder. Auch die Angestellten bestätigen das: "Wir erhalten nicht nur heute diese Wertschätzung. Wir können auch während des Jahres immer kommen, wenn uns etwas bedrückt", verdeutlicht Lorena Metzger, Angestellte des Unternehmens. Der Slogan der Firma passt also nicht nur zu den Produkten, auch die Verbindungen zu den eigenen Angestellten nimmt einen großen Stellenwert in der Firma ein.

Fachkräftemangel

"75 Jahre Unternehmen ist eine Erfolgsgeschichte, es kommt aber immer auf die Menschen an", weiß auch Landrat Thomas Bold. Auch Bürgermeister Warmuth freut sich mit dem Unternehmen: "Das ist ein richtiges Familienfest. Um so etwas erreichen zu können, braucht es viel Leidenschaft, Fleiß und Mut." Dennoch sind sich beide des Problems der heutigen Zeit bewusst: des Fachkräftemangels. Auch an dem Westheimer Unternehmen geht dieser nicht spurlos vorbei.

Nur wenige Bewerber melden sich auf die offenen Stellenanzeigen, und auch die Azubistellen konnten heuer nur mit Mühe besetzt werden. Für die Zukunft ist deshalb ein Auftritt auf diversen sozialen Plattformen geplant, um so vor allem die jüngere Generation auf die Firma und deren berufliche Angebote aufmerksam zu machen.

"Wir dürfen nicht nur in die vergangenen 75 Jahre blicken. Die Zukunft ist ebenfalls wichtig", betont der Geschäftsführer Meder. So soll 2023 ein neues Warenwirtschaftssystem eingeführt und der Standort weiter ausgebaut werden. Weitere Gebietsteilungen sind ebenfalls in Planung, verrät der Geschäftsführer. hmm