Die Stadt habe den Bürgern nicht vorzuschreiben, wie sie ihre Freizeit verbringen sollen, meint Hans-Heinrich Eidt. Der FDP-Stadtrat bezieht sich dabei auf das Kneippbecken bei Ketschendorf, das als Freizeiteinrichtung eingestuft worden sei. Wegen der allgemeinen Corona-Regeln ist damit die Nutzung verboten.

"Der Schutzzweck des Infektionsschutzvorschriften ist die Verhinderung von Ansteckung mit dem Virus, nicht die Unterdrückung vor Freizeitbeschäftigungen", schreibt Eidt. Ein Verbot müsse seinen Zweck erfüllen und angemessen sein. Das Ordnungsamt "könnte zum Beispiel fordern, dass bei der Benutzung des Beckens die Nutzer den üblichen Abstand halten und Masken tragen", schreibt Eidt. "Dadurch kann der Zweck des Schutzgesetzes erfüllt werden, ohne die Nutzung zu verbieten." Eidt greift damit ein Anliegen des Kneipp- und Naturheilvereins auf, der eigentlich am 1. Mai die Kneippsaison am Becken eröffnen wollte. Doch wie der Verein mitgeteilt hatte, war der Betrieb des Beckens zunächst untersagt worden. Für Eidt allerdings ist dieses Verbot nicht ausreichend abgewogen, denn es besteht seiner Ansicht nach die Möglichkeit, "durch Hygienemaßnahmen sowohl die Nutzung als auch den Schutz vor Ansteckung zu gewährleisten. Also lasst die Kneippfreunde unter Wahrung der Hygienevorschriften Wassertreten!" red