Veronika Schadeck Noch wird gebaut, gehämmert, gestaltet und über Details gesprochen. Aber zum Ende des Sommers soll der Stadtpark in Teuschnitz nicht nur neu erstrahlen, sondern auch die historische Altstadt und die "Neustadt" mit den Bereichen Kulturwiese, Festplatz, Spielplatz und Arnikaakademie verbinden. Schon jetzt lässt sich erahnen, wie der neue Stadtpark die Altstadt anders als bisher gewohnt in Szene setzen wird.

Nach langem Anlauf wurde im September 2019 mit dem Bauabschnitt II des Umbaus Stadtmitte begonnen, erklärt Marcus Hamberger vom Weimarer Landschaftsarchitekturbüro "freiraumpioniere" bei einer Begehung am Freitag.

Rund zwei Millionen Euro wurden beziehungsweise werden hier investiert. Das Areal von Marktplatz bis Torhaus und Gefallenen-Denkmal erhält nun eine durchgehende Gestaltung. Einbezogen ist auch ein 60 Meter langer Durchgang für eine Verbindung von Marktplatz, Stadtpark, Spielplatz, Festwiese und Arnika-Akademie.

Gestartet habe man den Bauabschnitt II mit Baumfällarbeiten, erinnert Hamberger. Leider habe man aufgrund langfristiger Perspektiven einige Bäume im Stadtpark herausnehmen müssen. Denn durch die Enge der viel zu dicht beieinander stehenden Bäume hätten sich diese nicht richtig entfallen können. Dafür werden neue Bäume wie Ahorne, Erlen oder Buchen gepflanzt. Jetzt, so erklärt er, ist alles offener. Dabei blickt er von der Statue "Nepomuk" unterhalb des Rathauses zum Torhaus. "Der Blick ist jetzt frei für die Besonderheiten der Stadt." Es ist alles zu sehen, die Kirche, die reizvollen Sandsteinfassaden an den Straßenseiten. Früher war diese Ansicht durch die große Infotafel und die Bäume zwischen Eingangsbereich des Rathauses und Stadtpark nicht möglich.

Auf historischem Gelände

Außerdem: "Wir bewegen uns auf historischem Gelände." Wie Hamberger erklärte, ist das gesamte Areal im Stadtpark als Bodendenkmal ausgewiesen, weil man hier historische Überbleibsel des alten Schlosses, der früheren Kirche und des einstigen Friedhofs vermutet hatte. Das bedeutet, dass die Baumaßnahme auf dem Areal rund um den Schlossplatz und Marktplatz untersucht und regelmäßig durch ein auf archäologische Ausgrabungen spezialisiertes Büro kontrolliert wurde. Und in der Tat wurde man fündig, erklärt Hamberger.

So wurden im Schlosspark zwei Turmreste und ein Stück Außenmauer des ehemaligen Stadtschlosses gefunden. Diese Teile konnten aber nicht an die Oberfläche gebracht werden. Deshalb wurden diese überschüttet. Zwei gebogene Sitzelemente, die auf den Fundstellen der Turmreste errichtet wurden, sollen darauf aufmerksam machen, dass sich darunter diese historischen Fundamente befinden. Mit einer Inschrift auf den Bodenplatten soll auf das einstige Stadtschloss hingewiesen werden. Außerdem, so Hamberger, werden die Konturen der Außenmauern der Schlossanlage bepflanzt, so dass sich die Besucher im Stadtpark von der Dimension dieses einstigen Bauwerks ein Bild machen können. Auch soll nach der Fertigstellung des Stadtparks eine Informationstafel angebracht werden.

Architekt lobt die Stadt

Für Marcus Hamberger ist die Sanierung des Teuschnitzer Stadtkerns etwas Besonderes. Er gerät ins Schwärmen, als er meint: "Ich finde das toll, dass hier mehrere Zahnräder ineinandergreifen!" Er lobt die Stadt, die einen Prozess angeschoben hat, in dem das alte und historische mehr zur Geltung kommt und mit Neuem, wie Arnikaakademie, Spielplatz, Festwiese durch einen Fußweg verbunden wird.

Zudem weist Hamberger darauf hin, dass bei der Gestaltung der Gehwege auf eine bessere Begeh- und Rollbarkeit geachtet wird. Neu gestaltet und aufgewertet werden neben dem Stadtpark der Kirchenvorplatz, die Seiteneingänge der Kirche und das Gefallenen-Denkmal. Insgesamt, so erklärt der Landschaftsarchitekt weiter, werde der Stadtpark vergrößert, denn der ehemalige Rathausparkplatz wurde aufgelöst. In der Kirchstraße entstand dafür eine Stellplatzreihe. Sitzbänke sollen nun im neuen Stadtpark zum Verweilen und Erholen einladen. Ihm und der Stadt sei bei den Planungen auch daran gelegen gewesen, das Seniorenhaus "In der Heimat wohnen" mit einzubinden. In etwa drei Wochen, so erzählt Hamberger werden auf der gegenüberliegenden Seite die Oberflächen mit dem Ziel in Angriff genommen, auch dort eine deutlich bessere Begeh- und Rollbarkeit zu erreichen.

Insgesamt, so resümiert Hamberger, werde mit dem zweiten Bauabschnitt eine schöne Anlage im Stadtkern mit wechselnden Licht- und Schattenspielen geschaffen. Mit dem Stadtpark werden nahezu alle Einrichtungen verbunden, was eine Stadt lebens- und liebenswert macht: Kirche, Spielplatz, Geschäfte, Arnikaakademie, Kindergarten. Und vielleicht gibt es auch bald ein Café. Der erste Bauabschnitt des Stadtumbaus umfasste Spielplatz, Festplatz und Kulturwiese. Diese Abschnitte wurden bis Mai 2019 fertiggestellt und eröffnet.