Angesichts der beginnenden Frühlings- und Sommerzeit appelliert die Stadtverwaltung dringend an alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner ihr Geschäft nicht auf Feldern und Wiesen verrichten zu lassen. Das verunreinigte Gras könne als Tierfutter ernste Erkrankungen bei Nutztieren hervorrufen.


Gefährliche Keime im Futter

Wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Kronach heißt, sei Hundekot in Parkanlagen, auf Spielplätzen oder anderen öffentlichen Anlagen zunehmend zum Ärgernis geworden, weswegen Hundehalter verstärkt auf außerorts gelegene Flächen ausweichen. Sie fänden nichts dabei, ihre Tiere beim Ausführen auf Feld- oder Spazierwegen in angrenzenden Wiesen oder Äckern abkoten zu lassen. Erntet der Landwirt dort jedoch Grünfutter oder Heu, gelangt der Hundekot so in den Futtertrog seiner Tiere, eine zumindest unhygienische und wenig appetitliche Vorstellung.
Problematisch werde es jedoch dann, wenn - wie Landwirte berichten - die Rinder das mit Hundekot verunreinigte Futter wegen der Geruchsbelästigung kaum noch fressen und was noch schwerwiegender ist, wenn im Hundekot enthaltene Keime bei ihren Tieren Krankheiten auslösen. Der Erreger "Neospora caninum" steht sogar als Verursacher von Fehlgeburten bei Kühen im Verdacht.


Fehlgeburten und Missbildungen

Recherchen im Internet zufolge können sich Hunde mit diesem Parasiten durch den Verzehr von rohem Fleisch infizieren. Der Hund gilt dabei als "Endwirt", was soviel bedeutet, als dass er den Parasiten zwar in sich trägt, dies aber von außen nicht zu erkennen ist. Die äußerst widerstandsfähigen Keime werden mit dem Hundekot ausgeschieden und sind im Futter, in der Erde oder im Wasser über Wochen oder gar Monate lebensfähig. Nimmt eine Kuh verseuchten Hundekot mit ihrem Futter auf, wird sie zum "Zwischenwirt". Sie infiziert sich also, was allerhand negative Folgen bis hin zu Missbildungen bei Kälbern oder Fehlgeburten haben kann.


Verordnung für Stadtgebiet

Für das Kronacher Stadtgebiet ist in einer Verordnung niedergelegt, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen müssen. Viele Hundehalter verhalten sich vorbildlich und tragen dieser Vorschrift selbst auch in der freien Natur Rechnung, jedoch gibt es immer wieder Ausnahmen.
Die Kronacher Stadtverwaltung bittet daher alle Hundehalter, auf Sauberkeit auf Wegen, Wiesen und Grünflächen zu achten. Auch im Hinblick auf Bodenbrüter, Wildtiere und deren Nachwuchs wäre es gerade im nun begonnenen Frühjahr sehr zu begrüßen, Hunde nicht freilaufend auf Wiesen zu lassen. red