Höchstadt — Zwei Tage ihrer Weihnachtsferien hatten sie dem guten Zweck zur Verfügung gestellt: die 140 Sternsinger der Pfarreien Gremsdorf, Sterpersdorf und Höchstadt. Der Einsatz hat sich gelohnt: Fast 30 000 Euro sammelten die Kinder und Jugendlichen.
Dies beeindruckte auch den Präsidenten der Spielvereinigung Greuther Fürth, Helmut Hack, der die Sternsinger zu einer Besichtigung ins Trolli-Stadion nach Fürth und ins Playmobil-Land eingeladen hat. Im Januar konnte Hack noch nicht ahnen, dass der Besuch der vielen "Dreikönige" am Tag vor dem Relegations-Rückspiel seines Vereins gegen den HSV stattfinden würde.

Ein Tag vor dem großen Spiel

Die gut 100 teilnehmenden Kinder und Jugendlichen spürten mit ihren Begleitern Dekan Kilian Kemmer und Projektleiter Lukas Schwägerl zwar die Nervosität vor dem großen Spiel, doch konnten sie eine gastfreundliche Betreuung genießen. Während der Stadionführung durch Vorstandsmitglied Jürgen Schmitt kam auch die Vereinsgeschichte nicht zu kurz.
Die Pfarreien Sterpersdorf und Gremsdorf unterstützten die diesjährigen bundesweiten Projekte des katholischen Kindermissionswerkes im afrikanischen Land Mali. In Höchstadt entschied man sich im Januar kurzfristig, das ersammelte Geld für Projekte des Kindermissionswerkes zu Gunsten von Kindern auf den Philippinen einzusetzen, die durch den Taifun Ende vergangenen Jahres ihre Eltern verloren hatten. Allein 23 500 Euro kamen dafür in Höchstadt zusammen.

Die Salesianer helfen vor Ort

Kilian Kemmer verlas den Sternsingern einen Brief des Kindermissionswerkes, der über die Verwendung der Gelder Rechenschaft ablegte. Salesianermönche und Nonnen haben nach dem Taifun den unzähligen traumatisierten Kindern, die alles verloren, in den Regionen Nord Cebu, Eastern Samar und auf den östlichen Visaya Inseln zunächst mit Nahrung und mit dem Bau von Notunterkünften sowie in Folge mit medizinischen Behandlungen und der Ermöglichung eines Schulbesuches geholfen.
In Therapiegruppen versuchen die Salesianer Don Boscos, vor Ort das Geschehene mit den Kindern zu verarbeiten. Am Beispiel des kleinen Jeremy wurde den Sternsingern deutlich, wofür sie unterwegs waren. Dieser zwölfjährige Junge sah seine Eltern an eine Dachrinne geklammert davonschwimmen und seit dieser Katastrophe nie mehr. Sie wurden für tot erklärt. Für ihn ist das Wirken der Mönche und Nonnen vor Ort momentan die einzige Möglichkeit, zu überleben.

Dank für Gesundheit und Obdach

In einer Andacht in der Fürther St.-Christophorus-Kirche dankten die Kinder für die scheinbaren Selbstverständlichkeiten der Gesundheit und der Bildung, des Obdaches und der Ernährung und sprachen Bitten für die notleidenden Kinder, die ihre Spenden erreicht haben. Für viele Sternsinger stand fest: Wir werden auch im kommenden Jahr wieder mitmachen und etwas Gutes tun. LM