Der Kindergarten in Reckendorf blickt auf turbulente Zeiten zurück. Viele Jahre lang war "St. Nikolaus" in der Gemeinde der allgemein bekannte Inbegriff für die Nachwuchsbetreuung. Das 1986 gebaute, traditionelle Kinderhaus mit den charakteristischen bunten Pflöcken im Eingangsbereich war als kirchlicher Kindergarten lauschige Betreuungsstätte für etwa 90 Kinder - bis der stark gestiegene Sanierungsbedarf einen jahrelangen Konflikt auslöste. Der Zahn der Zeit nagte am Gebäude und zwischen dem Träger, der Gemeinde, der Kirchenstiftung und dem Kindergartenverein konnte keine Einigung mehr über die Verteilung der beträchtlichen Reparaturkosten erzielt werden.
Nach dem Aus und zwischenzeitlichen Leerstand schien St. Nikolaus seine Rettung in der Metamorphose für ein alternatives Nutzungskonzept zu finden. Die Arbeiterwohlfahrt übernahm unter anderen schließlich auch dieses Gebäude, um es mit dem aufgelaufenen Investitionsvolumen von rund 180 000 Euro für die Einrichtung von Wohngruppen unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge zu sanieren.
Aufgrund der rasanten politischen Entwicklungen der letzten Jahre in ganz Europa erwies es sich letztlich als unmöglich, alle baulichen Maßnahmen der Awo in der Stadt und dem Landkreis Bamberg mit den prognostizierten Flüchtlingszahlen und anschließend den tatsächlich eintreffenden hilfsbedürftigen Menschen aus Krisengebieten zu synchronisieren. Auch St. Nikolaus in Reckendorf war hier betroffen und wurde trotz erfolgter Sanierung seiner neuen Zweckbestimmung nicht zugeführt.
Die Arbeiterwohlfahrt zeigt sich aufgrund dieser Entwicklung und des Bedarfes der Gemeinde Reckendorf flexibel, wie sie nun selbst berichtet. Ab September werden die Räumlichkeiten wieder den Rahmen für die Kinderbetreuung in Reckendorf stellen - nun jedoch für etwas größere Kinder. Unter der Trägerschaft der Awo Bamberg wird nach einstimmigem Gemeinderatsbeschluss in St. Nikolaus nun ein Hort für Schulkinder eingerichtet, der bis dahin der angepassten Bestimmung entsprechend altersgruppengerecht umgestaltet wird.
Mit dem neuen Kinderhort bietet die Arbeiterwohlfahrt als erfahrener Träger Familien eine qualitativ hochwertige Betreuung ihrer Schulkinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Der Hort deckt den Langzeitbetreuungsbedarf bis mindestens 17 Uhr - bei vermehrtem Bedarf sind auch erweiterte Öffnungszeiten möglich. Die Ferienbetreuung im Hort sichert von über 60 Schulferientagen rund 40 Tage ab. red