Das Stadtmuseum hat eine Themenführung mit Kreisheimatpfleger Manfred Welker ins Begleitprogramm der Sonderausstellung "Martin Luther und die Folgen" aufgenommen. Welker begibt sich am Sonntag, 11. Juni, 14 Uhr, mit den Besuchern auf die Spuren von "Kunst und Frömmigkeit um 1500".
Martin Luther hat die Dekadenzmomente im Erscheinungsbild der katholischen Kirche angeprangert. Zwar ist heute unstrittig, dass es die von ihm kritisierten Missstände gab, doch gleichzeitig wird die Vielfalt und Vielgestaltigkeit der christlichen Religionskultur im Spätmittelalter hervorgehoben.
In keiner früheren Epoche der Kirchengeschichte entstanden so viele Kirchengebäude, Altäre, Kunstwerke, Stiftungen und Bruderschaften. In den städtischen Kirchen war Raum für die Entfaltung einer immens reichen Kunst, die um 1500 ihren Zenit erreichte. Das Bestreben, sich des Heiligen zu versichern, zeigte sich auch an der stetig wachsenden Zahl der Heiligen. Besondere Wertschätzung im Heiligenhimmel wurde der heiligen Anna als Mutter Marias und insbesondere der Gottesmutter selbst entgegengebracht. Wallfahrten gehörten zu den überkommenen, von alters her praktizierten Formen christlichen Frömmigkeitspraxis.
Die Führung mit dem Kunsthistoriker durch das Stadtmuseum und die Stadtpfarrkirche St. Magdalena begibt sich auf die Spuren dieser bis heute gelebten Andacht und Frömmigkeit. red