"Hiob. Gottesrebell - Ich klage, was mir widerfährt" nennt sich ein Sprechstück aus der Feder von Günther M. Doliwa aus Herzogenaurach. Es hat seine Erstaufführung am Freitag, 6.November, um 19.30 Uhr in St. Magdalena.

Mitwirkende sind Ulrike Nix, Wolfgang Seitz, Pfarrer Helmut Hetzel, Andreas Schwarz, Günther M. Doliwa, Gisela Lorenz und als Hiob Christian Kaltenhäußer. Die Klangimprovisationen übernimmt Hans-Walter Putze (Gießen).

"Hiob. Gottesrebell. Zwei Versionen" nennt sich auch das neue Buch des Herzogenauracher Autors, das für 15 Euro im Buchhandel und bei Ellwangererhältlich ist, aber auch direkt über www.doliwa-online.de.

Die Aufführung am Freitag ist ein Sprechstück über den Mann, dem Gott in der Krise zur Frage wird. "Hiob" aus der Bibel kennt nicht jeder. Aber von Hiobsklagen hat wohl jeder schon gehört. Darunter versteht man landläufig schlechte Nachrichten, kurz: Schicksalsschläge, die nicht leicht zu verkraften sind wie Unfälle, Katastrophen, Abstürze, Umbrüche, Krankheiten, tödliche Diagnosen, auch eine Pandemie.

Ist alles Zufall oder geschickt von Gott? Wie geht der Betroffene mit seinem Schicksal um? Woher bezieht er seine Widerstandskraft und Hoffnung?

Hiobs Klagen spielen an auf eine archaische Gestalt der Weisheitsliteratur im Alten Testament. Hiob (oder Ijob) heißt: Wo ist der Vater? Er stellt das Muster eines Gottesfürchtigen dar, der sich auch unter schwersten Verlusten (Besitz, Kinder) nicht gegen Gott auflehnt. Erst als ihn eine rätselhafte Krankheit trifft, rebelliert er gegen gängige Antworten. Er lässt sich nicht beschwichtigen und will von Gott eine Antwort. Hiobs Klage wird zur Anklage Gottes.

Doliwa: " Die Hörer erleben ein Stück Weltliteratur, ein Rumoren gegen theologische Beschwichtigungen, eine Rebellion gegen falschen Trost. Ein echtes kulturell-spirituelles Highlight im Herzogenauracher Herbst".

Keine "Veranstaltung"

Der Eintritt ist frei - Spenden sind erwünscht. Die Lesung werde stattfinden, betont Doliwa anlässlich des angekündigten Lockdowns. Denn für ihn handle es sich nicht um eine kulturelle Veranstaltung, sondern um eine religiöse Lesung, also ein kirchlicher Beitrag zur Bewältigung der Krise, die allen zu schaffen macht. red