von unserer Mitarbeiterin 
Veronika Schadeck

Au — Den SPD-Ortsverbänden soll die Möglichkeit gegeben werden, Mitglieder beitragsfrei zu stellen. Damit soll gewährleistet werden, dass Genossen nicht auf Grund von Armut aus der Partei austreten müssen. Die SPD-Mitglieder befürworteten bei ihrer Kreiskonferenz am Samstag in der Alten Schule in Au diesen Initiativantrag von Andreas Buckreus.
Buckreus wies in seiner Begründung darauf hin, dass es im Landkreis Genossen gebe, deren Finanzmittel begrenzt seien. Hinzu komme, dass einige im Alter ins Pflegeheim müssten und das Geld vorne und hinten nicht reiche. Es könne nicht sein, dass diese Mitglieder nach jahrzehntelangem Engagement in der SPD deshalb ihre Mitgliedschaft kündigen müssten. Er forderte dazu auf, diesen Antrag in der Bundes-SPD einzubringen.

Pohl bleibt im Amt

Ralf Pohl wurde wieder zum SPD-Kreisvorsitzenden gewählt. Von 68 Stimmberechtigten votierten 66 für den Wirtschaftswissenschaftler aus Theisenort. Er gab einen Überblick über die Kreis-SPD. Die Zahl der Mitglieder im Landkreis sei von 1298 im Jahr 2011 auf 1206 im September 2014 zurückgegangen. Diese Entwicklung begründete der Kreisvorsitzende mit Sterbefällen. Mittlerweile fusionierten - auf Grund sinkender Mitgliederzahlen - einige Ortsvereine. In diesem Zusammenhang nannte Pohl die Vereine Nordhalben/Heinersberg, Buchbach/Kehlbach, Hirschfeld/Windheim sowie Stockheim/Neukenroth. Eine Herausforderung für die Kreis-SPD sei es, jüngere Bürger für die politische Arbeit in den Vereinen zu begeistern, meinte er.
Dass die SPD nach den Kommunalwahlen im Frühjahr keinen weiteren Landratsposten besetzen konnte, bedauerte Pohl. In diesem Zusammenhang kritisierte er das Vorgehen der CSU und der Freien Wähler, die mit einem Deal sowohl einen weiteren Landratsposten als auch einen stellvertretenden Bürgermeisterposten in der Stadt Kronach für die SPD verhindert hätten. "So etwas ist unvorstellbar!" Auch kritisierte er den Ton einiger "CSU-Protagonisten" im Kreistag: "Wir sind hier nicht auf einem Kasernenhof!"
Bezüglich einer weiterführenden Schule im Norden meinte er, dass eine Regionalschule der richtige Ansatz gewesen wäre. Was die Ortsumgehung Zeyern betrifft, konnte der SPD-Kreisvorsitzende nicht nachvollziehen, dass - nachdem nun alle Unklarheiten beseitigt seien - nun plötzlich die Finanzierung dieser Trasse nicht gesichert sei.
Als Herausforderungen für die kommenden Jahre nannte er unter anderem die Themen Schulstruktur, Nahverkehrsanbindung, Schülerbeförderung, Verbesserung der überregionalen Verkehrsanbindung und Etablierung Kronachs als Hochschulstadt.
SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh sprach von einer erfolgreichen Kreispolitik seiner Fraktion. Themenschwerpunkte der Genossen seien der ÖPNV, die Etablierung des Landkreises als Bildungsregion, ein Demografiekonzept sowie eine gute Regionalförderung. Ziel sei es, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.
Bezüglich der Landratswahlen im Herbst 2016 gilt es für Rauh, ein Signal der Geschlossenheit nach außen zu senden; mögliche Kandidaten wurden nicht genannt.

Ein schwerer Stand

Der Hofer Landtagsabgeordnete Klaus Adelt - der Selbitzer betreut für die SPD auch den Landkreis Kronach - gab einen Einblick in die Situation der Genossen im Bayerischen Landtag. Die 42 SPD-Angeordneten hätten es in München unter einem "König Ludwig" nicht leicht. Anträge der SPD-Fraktion würden niedergebügelt. Er werde sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Weiterhin werde er die Staatsregierung dazu auffordern, für gleiche Lebensbedingungen innerhalb des Freistaates zu sorgen. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Kleiderkammer der Justiz und der Polizei in Kronach besser als in Bamberg aufgehoben sei.
Der Vorsitzende des gastgebenden SPD-Ortsvereins, Ernst Drechsler, forderte die Genossen auf, nah am Menschen, also an der Basis zu bleiben.