Die SPD-Fraktion des Herzogenauracher Stadtrats wünscht sich eine ambulant betreute Wohngemeinschaft (WG) für an Demenz erkrankte Menschen und hat einen entsprechenden Antrag an Bürgermeister German Hacker (SPD) gerichtet. Demnach soll in der nächsten Stadtratssitzung am 30. November ein Beschlussvorschlag zur Abstimmung kommen, mit dem die Stadtverwaltung beauftragt wird zu prüfen, wo sich unter Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse eine solche Wohngemeinschaft einrichten lässt.
In der Antragsbegründung heißt es, dass das im Juli 2017 vom Landkreis beauftragte "Seniorenpolitische Gesamtkonzept Teil 1" der Stadt Herzogenaurach aktuell eine ungünstige Situation an Pflegeangeboten im ambulanten Bereich attestiert. Der Pflegebedarf werde sich bereits bis 2025 verdoppeln und bis 2036 knapp verdreifachen.
Den größten Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland stellen die an Demenz erkrankten Menschen. Analog der Berechnungsmethode der Deutschen Alzheimerstiftung ergebe die Schätzung zurzeit für Herzogenaurach eine Anzahl von 443 Demenzkranken. Gemäß der Studie "Zahlen zu Häufigkeit, Pflegebedarf und Versorgung Demenzkranker in Deutschland" der Deutschen Alzheimerstiftung von 2016 werden davon etwa 67 Prozent von ihren Angehörigen und/oder ambulant betreut und 33 Prozent in der stationären Vollpflege. Dementsprechend hätten 296 Bürger der Stadt Herzogenaurach aufgrund ihrer Demenzerkrankung einen potenziellen Bedarf an ambulanter Pflege.
Die SPD-Fraktion könnte sich eine bestehende Immobilie mit zwölf Einzelzimmern ebenso vorstellen wie einen Neubau auf einem geeigneten Grundstück. red