Das Thema Stromtrassen treibt Bürger und Politiker des Landkreises Coburg um. Nun hat sich der SPD-Kreisverband Coburg-Land an den SPD-Parteivorsitzenden und Vizekanzler Sigmar Gabriel gewandt. "Wir fordern eindringlich, den Bau neuer Stromleitungen gleichmäßig auf alle Landstriche zu verteilen", schrieb der SPD-Kreisverband dem Parteivorsitzenden.


Konferenz in Nürnberg

Bei einer Programmkonferenz der SPD im Messezentrum Nürnberg überreichte SPD-Kreisvorsitzender Carsten Höllein einer Pressemitteilung zufolge den Brief an den Parteichef, der dort die Genossen auf das Thema "Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration" eingeschworen hatte. "Wir stehen nach wie vor zum Atomausstieg und zur Energiewende", hebt der SPD-Kreisverband hervor. Die daraus folgenden Belastungen für Mensch und Natur seien aber von allen Regionen zu tragen.
Das Coburger Land habe aufgrund seiner Lage im Zonenrandgebiet enormen Nachholbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur gehabt, die 26 Jahre nach der Deutschen Einheit fast behoben sei.


Region hat ihren Teil geleistet

Die erheblichen Eingriffe in die Landschaft habe die Region zu Gunsten ihrer wirtschaftlichen Entwicklung getragen. Hinzu komme der Bau der ICE-Trasse durchs Coburger Land, welche das Landschaftsbild stark verändert habe, aber überwiegend nur dem Transit zwischen Metropolen diene werde.
Mit der Führung einer 380-KV-Leitung durch den Landkreis Coburg habe dieser bereits seinen Anteil zur Energiewende geleistet und sichergestellt, dass Strom von Nord nach Süd transportiert werden könne, heißt es in dem Schreiben.


Bitte um erneute Prüfung

Aus diesem Grund bittet der SPD-Kreisverband Coburg-Land Sigmar Gabriel, der auch Bundesminister für Wirtschaft und Energie ist, sich für eine erneute Prüfung von Alternativtrassen für die geplanten Stromleitungen "P 44" stark zu machen - nach sachlichen Gesichtspunkten. Einer Mitteilung zufolge nahm SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel in Nürnberg das Schreiben des SPD-Kreisverbandes entgegen und versprach dem SPD-Kreisvorsitzendem Carsten Höllein eine Antwort. red