Eltmann — Auf reges Interesse bei den Mitgliedern stieß die Jahresversammlung des SPD-Ortsvereins Eltmann im Sportheim. In einer mehr als einstündigen Rede gab der Ortsvorsitzende und Zweite Bürgermeister Hans-Georg Häfner einen Überblick über die aktuellen Themen im Stadtrat und im Kreistag.


Weitgehend stabil

Er betonte, wie aus einem Bericht seiner Partei hervorgeht, dass Eltmann grundsätzlich und trotz angespannter Haushaltslage zufrieden sein könne, denn sowohl die Gewerbesteuer als auch die Einkommensteuerbeteiligung seien über die Jahre hinweg relativ stabil. Bedenklich sei jedoch die steigende Umlage, die an den Landkreis zu entrichten ist. Besonders der Umstand, dass man zwar einer der Hauptzahler ist, bei den Zuwendungen aber nur im Mittelfeld rangiert, kann laut Häfner auf Dauer nicht hingenommen werden.
Dieses Ungleichgewicht bestehe insbesondere im Bildungsbereich. Eltmann sei mit seinen 1200 Schülern mittlerweile der zweitgrößte Schulstandort im Landkreis. Dies begrüße der gesamte Stadtrat. Es dürfe allerdings nicht verschwiegen werden, dass damit erhebliche finanzielle Belastungen (Neubau der Mensa) verbunden sind, die Gemeinden ohne eigene Schulen nicht tragen müssen. Hier müsse mittel- bis langfristig ein finanzieller Ausgleich erfolgen, forderte er.
Auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen leiste Eltmann einen überdurchschnittlichen Beitrag. Von den derzeit rund 1000 Menschen seien alleine in Eltmann etwa 180 untergebracht. Auf die Einwohnerzahl bezogen, sei dies das Dreifache dessen, was die Stadt bei einem ausgewogenen Schlüssel aufnehmen müsste.


Energie sparen

Als Aufgaben der nächsten Jahre bezeichnete Häfner die Sanierung verschiedener Ortsstraßen in Eltmann. Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren verstärkt die Stadtteile bedacht hatte, sei es nun an der Zeit, in der Kernstadt tätig zu werden.
Weitere Investitionen soll es laut Häfner auf dem Gebiet der Energieeinsparung geben. Hier habe Eltmann, auch auf Betreiben der SPD, seit jeher eine Vorreiterrolle. "Da wussten die noch nicht einmal, wie man Energiewende buchstabiert, da hatten wir schon eine Nahwärmenetz mit Hackschnitzelheizung", führte Häfner aus. Im nächsten Jahr sollten die Stadthalle, das Rathaus und das Ritz ebenfalls mit einem Blockheizkraftwerk nachgerüstet werden.


Das Ende des Landkreises?

Häfner sprach die Gesundheitsversorgung im Landkreis und das Defizit bei den Haßberg-Kliniken an. Als Ursache der roten Zahlen machte er die Vorgaben der Landes- und Bundespolitik aus, die auf immer größere Einheiten abzielten und das flache Land benachteiligten. Häfner deutet dies als mögliche Vorboten einer von "oben" betriebenen Strukturpolitik, die in einer Gebietsreform münden könnte und eine Zerschlagung des Landkreises zur Folge hätte. So könnte das Kreisgebiet langfristig durchaus auf die benachbarten Landkreise Schweinfurt, Bamberg und Coburg aufgeteilt werden, befürchtet er. Dem müsse frühzeitig und entschlossen entgegengewirkt werden. red