Coburg — Die SÜC erzeugt in ihren Wasserkraftwerken Hausen, Kirschbaummühle und Oberwallenstadt im Jahr circa acht Millionen kWh Strom. Dies nahm der Arbeitskreis Umwelt & Energie der Coburger SPD zum Anlass, der Anlage in Hausen einen Besuch abzustatten.
Das Wasserkraftwerk Hausen ist die größte der drei Anlagen und liefert über 50 Prozent des durch Wasserkraft erzeugten Stroms der SÜC. Der Baubeginn war 1933, 1934 ging es bereits in Betrieb. Aufgrund der aktuellen Wetterlage fließen momentan nur rund sechs Kubikmeter Wasser durch die Turbinen. Bis zu 31 Kubikmeter wären allerdings nötig, um die Anlage voll auszulasten.

Geringer Durchfluss

Niedrigere Durchflussmengen gab es lediglich im Jahr 2003. Daran ist abzulesen, dass auch Stadt und Landkreis Coburg die ersten Folgen des Klimawandels bereits zu spüren bekommen. Umso deutlicher zeigt sich, wie wichtig die Energiewende für den Fortbestand einer intakten Umwelt ist.
Vor einigen Jahren wurde ein Umgehungsgerinne gebaut, um den im Fluss lebenden Tieren die Wanderung vom Unterlauf in den Oberlauf zu ermöglichen. Dazu wurde ein natürlich geschwungener Bachlauf mit einer geringen Steigung angelegt, damit dieser bequem von den ansässigen Tieren genutzt werden kann. In naher Zukunft ist eine Erneuerung der bereits über 80 Jahre alten Wehranlage nötig. Hierfür werden voraussichtlich circa zwei Millionen Euro an Investitionen anfallen.
Dieses Geld scheint aus Sicht des Arbeitskreises Umwelt & Energie gut investiert, da hiermit vor Ort ein Teil zur Energiewende beigetragen werden kann. Angesichts des steigenden Stromverbrauchs sei dies auch dringend nötig, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD Coburg. Deckte das Wasserkraftwerk im Jahr 1934 70 Prozent des Energiebedarfs der Stadt Coburg, sind es heute nur noch 0,6 Prozent.
Der Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt & Energie, Thomas Götz, bedauert es, dass das Engagement von Wirtschaft und Politik in Sachen Erneuerbare Energien nur sehr halbherzig sei. Zwar kümmere sich zum Beispiel die IHK darum, wie man trockenen Fußes ins Landestheater kommt oder wie man im Steinweg mit dem Auto bis vor die Geschäfte fahren kann. "Wenn es aber darum geht, wie die Energiewende vor Ort mit konkreten Projekten gestaltet werden soll, herrscht das Schweigen im Walde", so Götz.
Das große Interesse an der Besichtigung des Wasserkraftwerks Hausen zeige, wie sehr die Energiewende bewege. Der Arbeitskreis hofft, dass diesem sehr wichtigen Thema in Zukunft mehr Raum in der politischen Diskussion eingeräumt werden wird. red