Besser erhellen, aber auf die sparsame Art: Schon im April beschloss der Strullendorfer Gemeinderat die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik fürs gesamte Gemeindegebiet. Im zweiten Durchgang drehte sich nun alles ums Feinkonzept vom Bayernwerk und die Frage, wie Strullendorf und die Ortsteile beleuchtungstechnisch ganzheitlich optimiert werden können.

Keine Abstrahlung nach oben, kein Anleuchten von Gebäuden, Bäumen und Büschen, ein möglichst geringer Blaulichtanteil, bedarfsorientiertes Dimmen in den späten Nachtstunden und definitiv keine Bodenstrahler: Die neuen Lichtquellen für alle Langfeld-, Pilz- oder Kofferleuchten sollen nützliches und schönes Licht machen, Geld und Strom sparen - und nebenbei die Umwelt schützen. Der Gemeinderat möchte neben den bewährten Straßenlaternen in den unterschiedlichen Formaten auch die zentrale Steuerung beibehalten: Der Dämmerungsschalter startet und unterbricht die Beleuchtung je nach Lichtverhältnissen - was bei den unterschiedlichen Lagen der Ortsteile sinnvoller beurteilt wird als eine alternative Gleichschaltung durch einen Funkrundsteuerempfänger.

Fazit der Rahmenbedingungen: Laut Bayernwerk reduziert die komplette LED-Umrüstung den Stromverbrauch um 300 000 Kilowattstunden pro Jahr und verhindert dabei rund 143 000 Tonnen CO2 -Emissionen. Die Kosten von 285 000 Euro würden sich in circa vier Jahren amortisieren und wahlweise über den Haushalt oder einen Energieeinspar-Contracting-Vertrag finanziert, der wiederum die Einsparungen bei Stromverbrauch und Wartung zur Zahlung nutzt. Diese Entscheidung will der Gemeinderat im Nachgang beraten und nachreichen.

Generationenzentrum

Zukunftserhellend und trotzdem schon mal heißes Eisen: Der Bau eines komplett neuen Integrativen Generationenzentrums anstelle des maroden und viel zu kleinen Mehrgenerationenhauses war in der Vergangenheit durchaus umstritten. Im alten Gemeinderat hatte das Prestige-Projekt im November 2017 nur eine knappe Mehrheit, im Frühsommer 2018 einen großen Anteil am bremsenden Haushalts-Patt und im Dezember desselben Jahres nach dem Ausstieg der Arbeiterwohlfahrt als Co-Investor einen planerischen Neustart erhalten.

Der überarbeitete Entwurf des betrauten Architekten zeigte daraufhin eine flächenmäßig abgespeckte Variante auf ausschließlich gemeindeeigenem Grundstück und präsentierte sich einschließlich neu entdeckter Förder-Szenarien deutlich kostengünstiger: was noch vor den Wahlen einstimmig auf den kommunal korrekten Weg und zur gesetzlich vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibung gebracht wurde. Nachdem sich im Frühjahr zum Planungs-Architekten noch ein neuer Bewerber gesellte, war dann objektives Auswahlverfahren mit neutraler Wertungskommission und genau festgelegter Bewertungsmatrix angesagt. Nach der Bewertung per akribisch festgelegtem Punktesystem hat hinsichtlich Ausführung jetzt der zweite Bewerber planmäßig die Nase vorn - und der wurde jetzt dem nagelneuen Gemeinderat nach der grundsätzlichen IGZ-Nachhilfestunde zur Abstimmung vorgelegt.

Technische Ausstattung, detaillierte Raumplanung, Fassadengestaltung und mehr ist auch nach Meinung der neuen Räte ab jetzt Sache der Architekten Schlosser& Keller aus Bamberg. Natürlich basiert die Fortführung trotzdem auf dem Entwurf von H2M, der laut Bürgermeister Wolfgang Desel "abgestimmt, zukunftsorientiert und bezahlt ist." In der Zwischenzeit und zur Vorbereitung hat die Gemeindeverwaltung das Grundstück auf der anderen Straßenseite gegenüber für spätere Parkplätze erworben. Und ebenso die Fläche zwischen dem IGZ-Grundstück und dem Seniorenheim, um für zukünftige Anforderungen weiter flexibel zu bleiben. Der Abriss des alten Mehrgenerationenhauses soll noch 2020 passieren.