Fünf Siegervereine gab es beim vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) ausgelobten Innovationspreis "Quantensprung", unter den Gewinnern befand sich auch der HC Forchheim. Nun fand die offizielle Übergabe des 4000 Euro schweren Siegerschecks und die Ehrung der Vereine in Bad Kötzting statt. Während die anderen Gewinnervereine aus Glonn, Bamberg, Thüngersheim und Regensburg für ihre finanziellen Stabhochsprünge und ehrenamtlichen Einsätze bei der Erweiterung und Modernisierung ihrer Sportanlagen mit einem dadurch erheblichen Zuwachs der Mitgliederzahl geehrt wurden, überzeugte der HC Forchheim die Jury durch sein vielseitiges soziales Engagement. "Es war das Paket, das uns begeisterte", meinte Silke Rimbach vom BLSV. Präsident Günther Lommer betonte die große Bedeutung von Projekten der Vereine in Sachen Inklusion und Integration. "Ihr Verein ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass es mit viel Engagement funktionieren kann. Sport begeistert und führt zusammen, die Vereine können Heimat werden für alle Gesellschaftsgruppen."


Soziale Förderung

In einem Filmclip wurde das Projekt der Integrativen Gruppe des HC vorgestellt. Das Filmteam war beim "Spiel des Jahres", bei dem jugendliche Bällewerfer mit und ohne Handicap Handball spielen, vor Ort gewesen. Esther Maruschke, eine der Übungsleiterinnen der Gruppe und HC-Vorstandsmitglied, zeigte sich sehr erfreut, dass das Projekt keine Eintagsfliege, sondern nun schon seit Jahren fester Bestandteil ist. Neben der Begeisterung der Kinder und Jugendlichen mit verschiedenen Handicaps betonte sie den sozialen Aspekt der Integrativen Gruppe: "Einige Jugendliche aus unseren Mannschaften lernen und übernehmen hier massive soziale Verantwortung, indem sie Schwächeren beim Sporttreiben zur Seite stehen. Es sind hier dicke Freundschaften entstanden."
Der HC-International besteht nun seit November 2014 und beherbergt inzwischen um die 30 Flüchtlinge, die in Forchheim leben. Einmal in der Woche unterhält man sich gemeinsam mit Vereinsmitgliedern in der "Weltsprache Fußball". Bei der Ehrung des HC wurde Hussein Hamoud interviewt, ein Spieler der ersten Stunde, der in perfektem Deutsch berichtete, wie die Freitagabende ablaufen und vor allem, dass die HC-Mitglieder viel Engagement über den Sport hinaus für die Flüchtlinge erbringen. Kirchenasyl, Gänge zu den Behörden und Hilfe bei der Beschaffung von Wohnungen kamen zur Sprache.


"Es war so leicht"

Matz Engel, HC-Pressesprecher und Initiator des Projekts, appellierte an die Vereine, ebenfalls diesen Mut zu haben. "Es war spannend für alle, was passieren wird und es war letztlich so leicht. Es ist der persönliche Kontakt. Wir mussten es nur tun und sind glücklich über diese Win-Win-Situation. Unser Antrieb? Stell Dir vor, Du müsstest Dein Kind wegschicken in eine fremde Welt und von da käme die Nachricht, dass da jemand ist, der sich kümmert." men