Alles andere als vorbildlich nennt die Bamberger Landtagsabgeordnete Ursula Sowa die Corona-Regelungen im Ankerzentrum und widerspricht damit der Einschätzung von Leuten, "die sich wohl gerne oberflächlich beruhigen lassen wollen". Sowa räumt zwar ein, dass Maßnahmen wie Corona-Tests bei Neuzugängen, weniger Tische in der Kantine und bewachte Warteschlangen beim Anstehen für die Taschengeldauszahlung akut sinnvoll seien. "Aber unterm Strich machen gerade diese Maßnahmen umso deutlicher, wie irrsinnig das System der Massenunterbringung ist", betont Sowa, "denn in allen übrigen Unterkünften ist all so etwas gar nicht nötig. Dort gelten für Geflüchtete einfach genau dieselben Regelungen wie für alle Menschen, die in Bamberg leben."

Von Ehrenamtlichen weiß Sowa, dass Regelungen oft versanden. Viele Leute würden sich - auch mangels klarer Informationen - nicht an die Abstandsregelungen halten, auch nicht die Security-Leute, die dies ja eigentlich beaufsichtigen sollen. Desinfektionsmittel stünden nicht zur Verfügung. Sowa: "Im Ankerzentrum potenzieren sich alle Probleme, die jede und jeder von uns hat, um ein Vielfaches."

Was die Abgeordnete jenseits der akuten Lage fordert, ist eine "Exit-Strategie". Man müsse einen Plan fassen, "wie wir die Ankerzentren abwickeln und alle Geflüchteten wieder in dezentralen Unterkünften, in Wohnungen und Wohngruppen, unterbringen". Ihrer Meinung nach sollte das Zentrum aufgelöst und die Wohnungen für Geflüchtete, Bamberger und Studenten freigegeben werden. red