von unserem Mitarbeiter Christoph Winter

Coburg — Einstimmig hat der Bau- und Umweltsenat am Mittwoch eine Stellungnahme für die Planfeststellung des gewollten Verkehrslandeplatzes bei Neida verabschiedet. Dabei geht es nahezu ausschließlich um Aspekte, die sich durch den Rückbau des Verkehrslandeplatzes auf der Brandensteinsebene ergeben. So wird die Aufforstung auf der Brandensteinsebene auch die nicht mehr genutzte Bauschuttdeponie berühren. Allerdings sieht ein 33 Jahre alter Beschluss der Regierung von Oberfranken von 1982 anstelle der Bauschuttdeponie eine "landwirtschaftliche Flur" vor, weshalb "auf die Wurzeltiefe der vorgesehenen Bepflanzung im Hinblick auf eine eventuell vorhandene Deponieabdeckung zu achten ist".

Rückbau wird teuer

In der bestehenden Start- und Landebahn lägen teerhaltige Stoffe, "ein Rückbau ist mit hohen Kosten für die Entsorgung verbunden", heißt es in der Stellungnahme. Ohne asphaltierte Flächen, so trägt die Fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft der Stadt bei, "verbessern sich die Versickerungsverhältnisse". Grundsätzlich wird der Rückbau der Anlagen auf der Brandensteinsebene als Ausgleich für den Landschafts- und Naturverbrauch des neuen geplanten Landeplatzes gesehen.
Einverstanden erklärte sich der Bau- und Umweltsenat mit dem schalltechnischen Fluglärm-Gutachten für den neuen Verkehrslandeplatz. Es heißt dazu, dass "die Nutzung des neuen Verkehrslandeplatzes zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen soll. In Cortendorf, Rögen und Lützelbuch wird der Fluglärm entfallen, allerdings wird laut Gutachten der Fluglärm in bisher weitgehend nicht betroffenen Stadtteilen wie Beiersdorf, Neuses und Glend hörbar sein. Die Grenzwerte nach Fluglärmgesetz werden dabei nicht überschritten". Dennoch sollten die Betriebszeiten an Sonn- und Feiertagen auf den Zeitraum zwischen 9 und 20 Uhr beschränkt werden. Stadtplanungschef Karl Baier erklärte, in der Spitze werde der Lärm eine Stärke von 60 dBA haben.
Der Klimaschutz bleibt mit einem neuen Verkehrslandeplatz auf der Strecke, wird durch die Stellungnahme deutlich. Coburg hatte sich 2010 vorgenommen, Treibhausgase bis zum Jahr 2030 auf fünf Tonnen je Person zu reduzieren. "Nach einer aktuellen Aufstellung des Umweltbundesamtes weist das Flugzeug im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern die höchsten Treibhausgasemissionen je Person und Kilometer aus. Im Interesse des Klimaschutzes sollte deshalb das Flugzeug als Verkehrsträger so wenig wie möglich eingesetzt werden", heißt es. Mit dem neuen Verkehrslandeplatz werde die Zahl der Flüge steigen, weshalb die Stabsstelle Umwelt/Klimaschutz bei der Stadt Ausgleichsmaßnahmen fordert.

Den Tower erhalten?

Inwieweit als Reminiszenz an den "historischen Flugplatz" eventuell der Tower als Aussichtspunkt mit Gastronomiegebäude und Biergarten erhalten bleiben soll, müsse noch verwaltungsintern und politisch geklärt werden. Schließlich kommt auch noch die Veste als mögliches Weltkulturerbe in der Stellungnahme vor: "Bei einem Rückbau des Flugplatzes besteht die Chance, Blickachsen und Sichtbeziehungen von und zur Veste zu sichern, zu optimieren und gegebenenfalls neu herzustellen."
Coburgs Stadtplaner Karl Baier stellte kategorisch fest, dass auf der Brandensteinsebene keine Wohnungen gebaut würden. "Davon sind wir weit entfernt. Das hatten wir nie vor!"