Zurzeit ist das Bamberger Nachtleben so gut wie ausgestorben, dafür hat die Corona-Pandemie gesorgt. Wo einst gute Laune, Bier und Musik zu finden waren, ist jetzt vor allem noch Stille. Doch nun gibt es einen Lichtblick für die Bamberger Musik-Fans. Und genau so heißt auch das Projekt: "Lichtblick" ist ein Album mit 17 Songs von Bamberger Bands, die während der Pandemie nicht live auftreten durften. Die vollen Einnahmen dieser ehrenamtlichen Aktion, die der künstlerische Leiter des Blues- und Jazz-Festivals, Volker Wrede, initiiert hat, gehen an die Musiker. Auf dem Album sind Bands vertreten wie "Bambägga", "Kellerkommando" oder "Boxgalopp". Unter den Gruppen finden sich auch die "Malasañers", mit dessen Bandleader Carlos Del Pino wir stellvertretend für alle Beteiligten gesprochen haben.

Die Combo stammt aus dem Madrider Stadtviertel Malasaña. Dieses wurde nach der Spanierin Manuela Malasaña benannt, die am 2. Mai 1808 bei der französischen Invasion getötet wurde. Aufgeschreckt von dieser Gräueltat erhoben sich die Einwohner Madrids gegen Napoleon und seine Truppen, um im spanischen Unabhängigkeitskrieg mitzukämpfen. So möchte auch die Band "Malasañers" mit Irish Folk und Punk ihre Fans inspirieren, sich für Unabhängigkeit und Freiheit einzusetzen. Und wie kamen Carlos und seine Mitstreiter nach Bamberg? Bei einer Tour machte die Band hier Station und beschloss zu bleiben, weil das Bier hier so gut geschmeckt habe, heißt es auf ihrer Facebook-Seite.

Was hat sich in der Corona-Krise für die Band verändert?

Carlos Del Pino: Für uns hat sich fast alles verändert, schließlich konnten wir ja keine Live-Auftritte mehr machen. Das ist nicht nur schlecht wegen der Auftritte, sondern auch weil wir bei unseren Auftritten den Großteil der Alben verkaufen. Das ist halt jetzt alles weggefallen während Corona.

Wie hat sich Hilfsprojekt Lichtblick ergeben?

Volker Wrede ist ein guter Freund der Band und hat uns gefragt ob wir Lust hätten mitzumachen. Da ich die Idee sehr gut fand, habe ich zugesagt, und so hat das angefangen. Ich habe später noch ehrenamtlich für das Projekt Lichtblick die Songs mehrerer Bands digital mitbearbeitet. Jetzt hoffe ich, dass sich die CD gut verkauft.

Was hat die Band während der Corona-Zeit gemacht? Wurde trotzdem an neuen Liedern gearbeitet?

Die ersten zwei Monate waren schwierig, denn schließlich konnten wir uns schlecht als Gruppe treffen. Also habe ich nur ein bisschen selbst herumexperimentiert. Aber seitdem wir uns wieder treffen konnten, arbeiten wir an neuen Songs und sogar an einem Album. Wir haben schon viele neue Songs komponiert und sind zuversichtlich.

Wann wird das neue Album erscheinen?

Das Debüt soll am 11. September sein. Dann werden wir hoffentlich wieder die Möglichkeit haben, live zu spielen. Wenn alles nach Plan läuft, spielen wir die Songs des neuen Albums dann im Live-Club. Die Fragen stellte Marcel Terillo