von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Lichtenfels — Ein gewaltiges Klangerlebnis bot am Mittwoch das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Euler bei einem Benefizkonzert zugunsten der Kriegsgräberfürsorge in der Stadthalle Lichtenfels. Das Ensemble, bestehend aus 75 jungen Musikern, die sich in der Ausbildung befinden, ist zurzeit auf Deutschlandtournee. Die Musiker, die zum ersten Mal in Lichtenfels zu Gast waren, zeigten bei dem Konzert ihr musikalisches Können auf höchstem Niveau.

Buntes Programm geboten

Das Programm war vielfältig. Eine Mischung aus langsamen und rührenden Stücken bis zu spannungsvollen und schnellen Liedern sorgte für ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art. Showelemente bereicherten die Darbietungen, die vom Publikum mit lang anhaltendem Beifall belohnt wurden.
Bereits die Ouvertüre mit "Fanfare-flight from the unknown world" des japanischen Komponisten Satos Yagisawa kündigte den internationalen Charakter des Konzerts an. Natürlich durften an einem solchen Abend neben der bunten Mischung aus Opern- und Filmmusik Militärmärsche keineswegs fehlen. Vom "Army of the Nile march" dem "Venezia Marsch" bis zum "Blauen Enzian" von Ernst Hofmann kamen Liebhaber der sinfonischen Blasmusik und der Märsche ganz auf ihre Kosten.
Eine besondere Leistung zeigte Dirigent Michael Euler, der charmant und mit viel Witz moderierte und den Abend gestaltete. Dabei konnte er sogar bei der Scherzpolka von Thomas Doss über seinen eigenen Schatten springen: "Wer falsch spielt, ist richtig, wer richtig spielt, ist falsch", kündigte er an. Scheinbar empörte Orchestermitglieder verließen die Bühne und die beiden "schrägen" Tubisten umarmten sich: "Denen haben wir's aber gegeben."

Tongemälde "Abraham"

Ohrenbetäubende Samurai-Trommeln der Schlagtruppe des Ensembles eröffneten den zweiten Teil des Konzerts. Ein riesiges Tongemälde malten die Nachwuchsmusiker mit der Komposition "Abraham" von Ferrer Ferran. Gänsehautfeeling kam auf, als der biblische Urvater seinen Sohn Isaak opfern wollte, die Fanfaren der Engel erlösten schließlich den treuen Gottesmann. Der "Bugatti- Step", arrangiert als Solo für vier Klarinetten, holte die jazzige Zeit der 1930er-Jahre in die Stadthalle. Der Dirigent übte sich in ein paar Stepp-Schritten und sah schon einen Wechsel der Marschordnung der Bundeswehr voraus. Die künstlerische Vielfalt des Ensembles bewiesen die Solisten Rene Macheleidt (Vibrafon) und Michael Setzkorn (Klarinette) und zollten beim Lionel Hampton Tribut "Hamp", dem berühmten US-Jazz-Musiker Respekt.
Zum Schluss des Konzerts würdigte Regierungspräsident Wilhelm Wenning die Musiker und die Organisatoren des Benefizkonzerts.
Bürgermeister Andreas Hügerich freute sich über das einheimische Orchestermitglied Sebastian Fischer aus Mönchkröttendorf.