Heike Steinhoff lässt in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats am Mittwoch keine Zweifel aufkommen: Das Gebäude des Coburger Bahnhofs und die Gleisunterführung werden umgestaltet und auf Vordermann gebracht. Die Leiterin des Bahnhofsmanagements aus Bamberg, und damit für 106 Bahnhöfe und -stationen zuständig, stellte fest, dass im nächsten Jahr viele Arbeiten abgeschlossen oder zumindest in Gang gebracht sein werden. Im nächsten Jahr endet das Projekt "Zukunftsbahnhof" der DB AG. Als einer von 16 Knotenbahnhöfen in Deutschland ist Coburg ins Programm aufgenommen worden. Geld sei vorhanden, so Steinhoff.

Das Coburger Büro Designovation und das Coburger Designforum Oberfranken haben sich Gedanken gemacht, wie die Bahnhofshalle unter den Maßgaben des Denkmalschutzes attraktiver werden kann. Mehr Licht, hellere Farben und grafische Gestaltungselemente, Sitzmöbel und ein sanierter Bodenbelag sollen den alten Glanz des ziemlich heruntergekommenen Gebäudes wieder herstellen.

Bänke statt Automaten

Dazu werden die Fahrkartenautomaten aus der Mitte der ovalen Halle vor die Gleisunterführung verlegt. Dort finden sich auch Getränkeautomaten. Anstelle der Automaten wird es Bänke in der Halle geben, sowohl in der Mitte als auch in den seitlichen Nischen. Über diesen Nischen stellen sich die Gestalter Illustrationen mit Bezug zu Coburg und seiner Geschichte vor. Verschieden große Rasterpunkte könnten Prinz Albert, die Veste und anderes darstellen. Stilisierte Bäume mit Filzblättern brechen den Schall und mindern den Geräuschpegel. Die runden Fenster im Gewölbe - von außen sind sie als solche noch zu erkennen, werden wieder geöffnet und lassen Tageslicht herein. Von der gewölbten Decke verschwinden wird jegliche Werbung.

Das Leitsystem für Sehbehinderte, so stellte es die Innenarchitektin Marion Knonsalla vom Coburger Designforum Oberfranken vor, setzt sich vom Gehweg vor dem Bahnhof in die Halle fort. Dort folgt es der ovalen Bauform und führt weiter in die Gleisunterführung und bis zum Treppenaufgang und den Neuen Weg. Die alten kleinen Wandfliesen in der Unterführung werden nur an einigen Stellen als Reminiszenz an früher erhalten, während auf der einen Seite großflächige LED-Elemente, sogenannte Pixelboards, zur Montage kommen. "Dort können Werbung laufen, Coburger Motive gezeigt oder per Kamerasteuerung die Silhouetten der Passanten illuminiert werden", so Knonsalla. Auf der anderen Seite sollen Fahrgastinformationen Platz finden. Für alle drei Pixelboards ist nach den Worten von Heike Steinhoff die Finanzierung noch nicht gesichert.

Aus einem Guss

Nach dem letzten Aufgang zum Bahnsteig endet die Zuständigkeit der Bahn AG und die Stadt muss die Neugestaltung übernehmen. Der Eigentümer Bund hält sich hier zurück. Damit die Unterführung sich wie aus einem Guss am Ende präsentiert, segnete der Bausenat die geplante Gestaltung ab: Auf einer Seite Coburger Stadtansichten, gegenüber könnte der Slogan "Werte und Wandel" prangen. Den Schriftzug "Coburg" in 80 Zentimeter hohen Lettern sehen die Gestalter auf der Brüstungsmauer an der Treppe im Neuen Weg vor.

Dem historischen Vorbild gemäß erhält das Bahnhofsgebäude über jeder der drei Eingangstüren wieder ein eigenes kleines Vordach sowie eine neuzeitliche Fassadenbeleuchtung. Vom 6. bis 16. Dezember gibt es dazu eine Testbeleuchtung. "Bahnhof Coburg" soll in messingfarbenen Lettern an der Fassade angebracht werden.

Wie berichtet, soll das Gleis 6 im Bahnhof wieder reaktiviert werden. Bahnhofsmanagerin Steinhoff nannte die Jahre 2023 bis 2025 als Fertigstellungstermin. Wenig Hoffnung machte sie für Gepäckschließfächer, wie sie es bis vor zehn Jahren gegeben hat. Das sei in der Betreuung zu aufwendig.