Forchheim — Ist Baum nicht gleich Baum? Diese Frage stellt sich Elisabeth Markert, FT-Leserin und Schriftführerin bei der "Bürgerinitiative zum Schutz der Reuther Hänge". Anlass ist das Verhalten der Grünen Politikerin Edith Fießer. Bei der Diskussion um den Baumbestand im Hornschuch-Park, der ab 2016 neu bebaut wird, habe die Stadträtin gesagt: "Ich sorge mich um die Alt-Bäume." Markert wettert: "Ihr eigener alter Obstbaumbestand ist Frau Fießer aber offensichtlich vollkommen wurscht. Die rund 20 Bäume stehen auf einem der Grundstücke des geplanten Neubau-gebietes oberhalb der Ruhstraße. Diese werden demnächst wohl den Baggern und Planierraupen zum Opfer fallen."
Ein Fall von Doppelmoral? Auf Nachfrage betont Edith Fießer, dass sie gar nicht für die Bebauung oberhalb der Ruhstraße stimmen habe können. Sie erklärt: "Laut Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern bin ich als unmittelbar betroffene Mandatsträgerin von der Teilnahme an der Beratung und Abstimmung ausgeschlossen." Um weder positiv noch negativ auf das Zustandekommen eines Beschlusses einzuwirken, könne sie hierzu auch keine Stellungnahme abgeben.
Sehr wohl kann sie sich jedoch zum Hornschuch-Park äußern. Da dieser zu gleichen Teilen dem Tierschutzverein, dem Landkreis und dem Bund Naturschutz gestiftet wurde, fühlt sich Fießer als zweite Vorsitzende des BN-Ortsvereins der Anlage besonders verbunden. Der Verband sei auch schon dafür eingetreten, "dass bei einer möglichen Bebauung möglichst viele Bäume erhalten bleiben". Als der nördliche Teil des Parks an die GWS, Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Forchheim, verkauft wurde, hat ein Fachgutachter die Alt-Bäume untersucht und einigen von ihnen noch eine gute Vitalität bescheinigt. Darauf habe sie bei der jüngsten Sitzung verwiesen.

Konsequenz eingefordert

Elisabeth Markert wünscht sich indessen "Politiker, die ihren Ideologien in aller Konsequenz treu bleiben". Bei sich selbst erkennt die BI-Schriftführerin etwas Politikverdrossenheit: "Ich gehe nur noch zu den Wahlen, um nicht den am rechten oder linken Rand stehenden Parteien in die Hände zu spielen." mm