Beim Salomon Zugspitz Ultratrail, Deutschlands größtem Trail-Run in Grainau, waren 2500 Läuferinnen und Läufer aus 50 Nationen auf den insgesamt fünf Strecken (102, 81, 62, 39 und 25 Kilometer) unterwegs. Zu ihnen gehörte die Neuseser Ultraläuferin Simone Gerstmayer. Sie startete mit rund 600 Läufern auf der 102-Kilometer-Strecke mit insgesamt 5860 Höhenmetern.


Schön, aber sehr anspruchsvoll

Auf der sehr anspruchsvollen Strecke warteten einige der schönsten Trailrunning-Abschnitte des gesamten Alpenraumes. Unter anderem wird die Zugspitze umrundet, zugleich aber auch das gesamte Wettersteingebirge umlaufen. Auf spektakulären Abschnitten zu Füßen der Waxensteine, der Zugspitz-Nordwestwand, am Gatterl, dem Scharnitzjoch, am Ferchensee oder an den Osterfeldern unterhalb der Alpspitze nimmt die Strecke alle Schönheiten, aber auch alle natürlichen Hindernisse mit, die das Wettersteingebirge zu bieten hat.
Bei noch trockenem und teils sonnigem Wetter ging es zunächst auf Schotterwegen Richtung Eibseealm und weiter zur Gamsalm, die nach 18 Kilometern und 1200 Höhenmetern erreicht wurde. Es folgt der erste Downhill zur Ehrwalder Zugspitzbahn. Recht abwechslungsreich ging es über steile Skipisten, Forststraßen und Singletrails hinauf zur Ehrwalder Alm.
Dann schlug das Wetter um. Starker Regen, Nebel und Wind machten den nächsten Anstieg, der steil die Skipiste hochging, sehr kräftezehrend, denn die Weide glich mittlerweile einem knöcheltiefen Matschfeld. Je höher es ging, desto mehr ging der Regen in Schneeregen und Hagel über. Der Nebel nahm zu, und die Windböen schlugen den Läufern eisig ins Gesicht. Über das Feldernjöchl, Wannigjöchl und das Steinerne Hüttl war der höchste Punkt (2206 Meter) erreicht. Abwärts ging es auf Schneefeldern, die mit Fixseilen gesichert waren, und durch Schlamm und Matsch, ehe 500 Höhenmeter später die Hämmermoosalm erreicht wurde.


Im Schein der Stirnlampe

Der nächste 700 Höhenmeter steile Anstieg auf das Scharnitzjoch ließ nicht lange auf sich warten. Danach folgten 1000 Höhenmeter steiler Downhill durch Matsch, über Felsen, Geröllfelder, Schneefelder und Wiesen zum Hubertushof. Jetzt waren knapp die Hälfte der Strecke und 3500 Höhenmeter geschafft.
Nach dem Passieren des Ärzte-Checks, der bei sehr langen Distanzen immer zu finden ist, ging es flach für etwa zehn Kilometer Richtung Mittenwald. Mittlerweile wurde es dunkel. Mit Stirnlampe ging es weiter Richtung Ferchensee, von dort aus ansteigend zunächst auf Forstwegen, danach steil bergauf auf schmalen, technisch sehr anspruchsvollen Trails zur Partnachalm. Im Schein der Stirnlampe, bei Starkregen und Nebel war volle Konzentration gefragt, um nicht auszurutschen oder umzuknicken.
Die nächsten zehn Kilometer hatten es mit ihren 1200 Höhenmetern zur Bergstation der Alpspitzbahn (2029 Meter) in sich. Serpentine um Serpentine folgte auf schmalen Waldwegen, die durch den Regen zu kleinen Bächen angeschwollen waren. Am höchsten Punkt angekommen waren es nur noch neun Kilometer ins Ziel.
Auf vier Kilometern mussten die 1200 Höhenmeter wieder hinunter gelaufen werden. Der technisch schwerste Downhill der Strecke war dieser Jägersteig. Nach gut 90 Kilometern in den Beinen war der schlammige,
sehr steile und verblockte Steig alles andere als einfach. Unten angekommen ging es von Hammersbach flach die letzten Kilometer Richtung Grainau ins Ziel, das nur 67 Prozent der Starter erreichten.
Simone Gerstmayer belegte nach harten 23:26 Stunden Platz 22 der Gesamtwertung bei den Frauen und Platz 11 in ihrer Altersklasse. red