Es läuft bereits die zweite Minute der Nachspielzeit im Willi-Schillig-Stadion und die Frohnlacher Fans befürchten ein "Deja VU"-Erlebnis. Schiedsrichter Wagner gibt Freistoß an der Strafraumkante für Höchberg. Als Priesnitz das Leder aber knapp über den Kasten von Jonas Hempfling platziert, ist die Erleichterung groß.

Vorher boten die zwei Kontrahenden einen unterhaltsamen Nachmittag, der ganz nach dem Geschmack der 150 Zuschauer war, aber weniger das Gefallen der beiden Trainer fand. Am Ende hieß es nämlich 4:4!

VfL Frohnlach - TG Höchberg 4:4 (3:2)

Frohnlach überzeugte in der ersten Halbzeit mit einem variablen Angriffspiel, so dass die Höchberger Abwehrspieler permanent verwirrt wurden. Besonders gefallen konnten Tayfun Özdemir, Daniel Oppel und Lukas Scheler. Aber auch Aykut Civelek nahm seine Rolle als Stoßstürmer gut an. In der zweiten Halbzeit riss allerdings der Faden und der VfL ließ sich viel zu sehr von den Höchbergern einschnüren.

Nach neun Minuten die Führung für Höchberg: Nach einer Flanke aus dem Halbfeld durfte David Schug den Ball in Seelenruhe annehmen und versenken. Frohnlach war nicht geschockt. David Oppel setzte sich am linken Strafraumeck durch und bei der präzisen Flanke von der Grundlinie musste Lukas Scheler nur noch die Fußspitze für sein erstes Tor im Frohnlacher Dress hinhalten. Dann machte Tayfun Özdemir seinem Vornamen Ehre und setzte sich nach einem Freistoß gleich gegen fünf Höchberger im Sprintduell durch und markierte 2:1.

Civelek trifft humorlos in Winkel

In der darauf folgenden Szene gab es Freistoß für Höchberg vom linken Halbfeld. Ramon Schmitt versenkte den ruhenden Ball unhaltbar ins linke Toreck, da sich die Frohnlacher Mauer öffnete. Nicht genug für die erste Halbzeit: Daniel Oppel gewann wieder einmal einen Ball im Mittelfeld und schickte Aykut Civelek. Der wollte freistehend vor dem Tor auch noch recht umständlich Torwart Tobias Weihs umkurven. Julian Hippacher kam ihm zur Hilfe, indem er Civelek fällte. Aykut Civelek versenkte den Elfmeter humorlos in den Winkel.

In der zweiten Halbzeit agierte Höchberg deutlich offensiver, da Kramer mit Lennart Bolg und Sven Burkard zwei Stürmer ins Rennen schickte. Des Weiteren stürmte nun auch der ehemalige Torjäger des Würzburger FV, Tobias Riedner. Frohnlach agierte viel zu defensiv und wurde Mitte der zweiten Halbzeit bestraft. Emre Özdemir verlor den Ball an der Seitenlinie und bei der fälligen Flanke stand Sven Burkard mutterseelenalleine und schoss den Ausgleich.

Wenige Minuten später gab es eine Ecke: Diese wurde scharf vor das Frohnlacher Tor getreten und Tobias Riedner konnte sich aussuchen, wo er den Ball im Tor unterbringt. Frohnlach zeigte Moral und Ata Simitci brachte einen Freistoß von Aykut Civelek vom Fünfmetereck mit der Schulter zum erneuten Ausgleich unter.

In der Schlussphase hatte Frohnlach bei einem Pfostentreffer der Gäste Glück, ehe nach dem finalen Schuss von Priesnitz ein ausgeglichenes Spiel abgepfiffen wurde.

Trainerstimmen

Bastian Renk ( VfL Frohnlach): "Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder ob ich traurig sein muss."

Thomas Kaiser (TG Höchberg): "Es war grausam, das Spiel von Außen anzuschauen. Meine Mannschaft hat schlecht und mit zu wenig Engagement gespielt."