Sie kommen aus Jena, nennen sich "Octavians" und begeisterten in der Münch-auracher Klosterkirche mit ihrem A-cappella-Gesang auf höchstem Niveau. Dass es musikalisch auch ohne Mikro und Firlefanz geht, bewiesen die sieben jungen Männer eindrucksvoll. Das Mikrofon wurde anfangs zur Begrüßung und dann nur noch zur Moderation gebraucht. Die Sänger beeindruckten mit klaren Stimmen und begeisterten schon von Beginn an mit "Con amores, la mia madre", einem Madrigal für vier Solisten und vierstimmigen Chor.
"So wechselhaft wie das Wetter im April, so wollen wir ihnen auch ein unterhaltsames Konzert bieten", erklärte einleitend einer der jungen Sänger. Unter den vielen Besuchern der nahezu voll besetzten Klosterkirche war auch Thomas Fink. "Ich bin überwältigt von diesen Stimmen mit einer unwahrscheinlichen Qualität und Harmonie", lobte der bekannte Jazzpianist.


Von Klassik bis Bruce Springsteen

Das Ensemble besteht normalerweise aus acht Sängern, wegen Krankheit konnte ein Tenor aber nicht nach Münchaurach kommen, und so wurden die achtstimmigen Stücke durch anderes Liedgut ersetzt. Und es war nicht nur geistliches Liedgut zu hören, sondern die Octavians bringen die Vielseitigkeit der A-cappella-Musik zum Ausdruck. Von Felix Mendelssohn-Bartholdy bis zu Simon and Garfunkel, von Bruce Springsteen bis Randy Newman, zum Repertoire der Gruppe gehören neben Madrigalen auch traditionelle, romantische und nicht zuletzt zahlreiche humoristische Stücke aus über 500 Jahren Musikgeschichte. Dass die Octavians sich auch in der Moderne zu Hause fühlen, zeigten sie mit Adaptionen aus Filmen wie "Herr der Ringe" (May it be) und "Into the West" (Into the West) oder "Il est bel et bon" von Pierre Passereau, das auch in den Gassen und Winkeln von Venedig gesungen wurde.


Faszinierende Akustik

Bei den Stücken standen sie nicht immer vereint im Chorraum, sondern verteilt und erzielten so einen besonderen akustischen Effekt. Jeder der sieben Sänger trat auch als Solist oder humorvoller Moderator vor die Besucher, passend zum Stück gab es auch kleine Gedichte. Die einzigartige Atmosphäre der Klosterkirche und die Besonderheiten der Akustik faszinierten nicht nur die Besucher, sondern auch die Sänger selbst, wie sei am Ende mitteilten. Denn es sei eine besondere Herausforderung, insbesondere für Vokalensembles, eine vorteilhafte Klangentfaltung zu ermöglichen und die Musik in Abhängigkeit von den akustischen Bedingungen zu gestalten und anzupassen.
Die zwei geforderten Zugaben waren dann noch ein wunderbarer Beleg für diese feinen Stimmen des Ensembles aus Jena, das aus dem Knabenchor der Jenaer Philharmonie hervorging und 2006 gegründet wurde. "Des Jägers Abschied" von Felix Mendelssohn und "Wie das Leben so spielt" gab es als einen großartigen Schlusspunkt.