von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Ebensfeld — Die Homepage der freiwilligen Feuerwehr hat einen neuen Anstrich bekommen. Attraktives Design, Funktion und Content mit echtem Mehrwert gehen Hand in Hand und wecken Interesse. Verantwortlich dafür ist die junge Bürokauffrau Melanie Müller aus Frauendorf.

Fast 60 000 Klicks

Auf Anregung der Marktgemeinde und der Feuerwehr hat sie die elektronische Visitenkarte der Brandschützer entworfen und erweitert ständig die Linkliste mit Bildern und Übungsberichten. Der Erfolg stellt sich schon jetzt ein: Viele Surfer kommen auf die Seite. Am Mittwochnachmittag waren es bereits 57 582 Klicks.
Das Internet ist in erster Linie ein visuelles Medium und gewinnt ständig an Bedeutung. Die Gestaltung einer Webseite trägt entscheidend dazu bei, ob Besucher sich schnell orientieren können und die Seite nicht schon nach wenigen Klicks genervt verlassen. Unsere Zeitung hat die 20-jährige Webmeisterin nach ihrer Strategie gefragt. "Die Kunst besteht darin, die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer einzunehmen: Wer kommt auf die Seite? Was erwartet sie? Über die Klärung solcher grundsätzlicher Fragen werden die Anforderungen an die Webseite schnell deutlich. Und das macht es sehr viel einfacher, die Seite entsprechend bedarfsorientiert zu strukturieren und schließlich digital umzusetzen."
Melanie Müller hört sich gern Vorschläge an. Detaillierte Informationen bekommt sie vom Kommandanten Georg Gäbelein. Sie gibt Einsatzpläne ein und bietet Bürgerinformationen, die von Rauchmeldern oder Rettungskarten bis hin zur Anleitung zum Absetzen eines Notrufs reichen. Auf der Homepage heißt sie alle Besucher herzlich willkommen. "Die Freiwillige Feuerwehr Ebensfeld wurde am 27. Dezember 1868 gegründet. Seitdem zeichnen wir uns durch die Zivilcourage unserer Mitglieder aus, die sich ständig engagieren, um die Einsatz-Bereitschaft im Ernstfall sicherstellen zu können. Um jetzt noch präsenter für Sie zu sein, freut sich die Feuerwehr Ebensfeld nun, Sie auf unserer neuen Hompage begrüßen zu dürfen."

Für manche wird es brenzlig

Die neuen Seiten sind ein inhaltlich und optisch stimmiger Internetauftritt und zentraler Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit. Und auf die kommt es in Zukunft immer mehr an. Wer löscht in Zukunft, wenn es auf dem Land brennt? Die freiwillige Feuerwehr hat in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 13 000 Freiwillige verloren und in der Folge Hunderte von Standorten geschlossen. Für einige Dörfer wird es langsam brenzlig, die Politik denkt über Zwangsdienste nach.
Kreisbrandrat Timm Vogler stellt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung neue Einsatzpläne auf. Insbesondere die mangelnde Tagesalarmsicherheit macht ihm Sorgen. Melanie Müller hat erkannt, dass die Jugendarbeit einen besonderen Stellenwert einnimmt, um die Einsatzfähigkeit der Wehr auch in Zukunft zu gewährleisten. So hat sie 2013 nach der Ausbildung zum Truppmann I eine Kinderfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Kleukheim mit Freundin Katharina gegründet. Bis zu 15 Kids sind in ihrer Obhut. Eines der Highlights war 2014 das Miterleben einer Übung in Bahnhofsnähe. Kommandant Gäbelein erkannte ihr Organisationstalent und Engagement für das Ehrenamt. Nach der Übung warb er sie für die Ebensfelder Wehr ab - mit Erfolg. Inzwischen hat das 52 Kilogramm leichte Energiebündel mit Erfolg die Atemschutzausbildung absolviert und betreut ab 2015 die Jugendfeuerwehr, ist aber auch weiterhin für die Kids in Kleukheim da.