Beim Männerchor "Eintracht" Reuth gehört es fast schon zum guten Ton, dass alle zwei Jahre ein großer Ehrungsabend im Pfarrsaal von St. Johannes der Täufer stattfindet. Das war auch heuer wieder der Fall. Die Veranstaltung bot den würdigen Rahmen für die Auszeichnung verdienter langjähriger Mitglieder und Sänger. Außerdem, so Vizevorsitzender Michael Schuster, wolle man all jenen ein Dankeschön sagen, die sich im Verein engagieren.
Ein Gottesdienst mit den Patres Richard Brütting und Josef Brandl in der Reuther Pfarrkirche, bei dem der Chor zur Ehre Gottes sang, leitete die Feierlichkeiten ein. Anschließend freute sich Vorsitzender Helmut Schübel, als Ehrengäste Landrat Herrmann Ulm, Oberbürgermeister Uwe Kirschstein sowie Rolf Hücking vom Sängerkreis Erlangen-Forchheim und Michael Knörlein von der Sängergruppe Forchheim-Ost begrüßen zu können.


Leidenschaft verbindet

Nach einer Darbietung des Männerchors mit seinem Dirigent Erich Staab, dem großen Ehrungsreigen und Grußworten kam schließlich die Geselligkeit nicht zu kurz. Was an diesem Abend aber spürbar wurde, war, dass alle eine große Leidenschaft verbindet: die Liebe zu Musik und Gesang.
Und diese Liebe tragen Anton Knorr, Ludwig Schuster und Albert Leppert nach 65 Jahren Sängerleben heute noch in sich. Einige Erinnerungen dazu: Es war 1951, als die drei im Männerchor "Eintracht" Reuth zu singen anfingen. "Wir waren damals noch sehr jung. Als Kinder haben wir schon gerne gesungen", erzählten sie. "Im Chor mitsingen zu dürfen, war ja damals eine Ehre. Seinerzeit musste man sogar noch vorsingen, ob man geeignet war und welcher Stimme man zugeordnet wurde."
Ludwig Schuster (82) wurde in den ersten Bass eingereiht, Anton Knorr (79) in den ersten Tenor und Albert Leppert (82) in den zweiten Bass. Bewundernswert, mit welchem Elan sie stets dabei waren. Ludwig Schuster, dessen Großvater Gründungsmitglied war und dessen Sohn und Enkel heute Chorsänger sind, fuhr während seiner Berufstätigkeit sogar von Ebern nach Reuth, um ja keine Singstunde zu verpassen. Und Anton Knorr kommt jeden Freitag von Kauernhofen zur Probe - und das seit 36 Jahren.
Vereinsgeschichte hat Albert Leppert geschrieben. Für ihn ist es undenkbar, im Chor nicht mitzusingen, dem bereits sein Vater angehörte. "Es ist das größte Hobby, das ich habe. Für das habe ich gelebt - und so soll es auch bleiben" bekräftigte er. Lange Jahre engagierte er sich auch im Verein, war Kassierer und Vorsitzender. 1994 wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.