Das werden einige Beobachter der letzten Stadtratssitzung ganz anders sehen, aber sie hat Zeichen gesetzt. Sicher war das Abstimmungsverhalten von CSU und Neue Wege erneut eine herbe Enttäuschung für die Hallenbadbefürworter, wirklich überraschend war das aber nicht. Erstaunlich souverän behielt Bürgermeister Helmut Blank trotz teils herber Angriffe die Fassung, konterte teils sogar humorvoll. Aber geschickt hat ihn die Opposition - allen voran Leo Pfennig - in die Enge getrieben, was das Thema Neubau eines Lehrschwimmbades anbelangt. Leo Pfennig hat bei dieser Sitzung mehrfach eindrucksvoll bewiesen, dass er eben nicht ein notorischer Quertreiber ist, sondern dass seine Einwände sehr wohl Hand und Fuß haben. Dass er Klaus Schebler als Ideengeber mancher seiner Einwände nennt und sich die beiden Stadträte ein harmonisches Zwiegespräch liefern, das der Bürgermeister zulässt, hat ein Achtungszeichen gesetzt. Und Fabian Nöth hat in einem Fall erneut mit der Opposition gestimmt und so für deren Mehrheit gesorgt. Es ist Bewegung in die scheinbar festgefahrene Stadtratsarbeit gekommen. So könnte man die Sitzung als durchaus angenehm bezeichnen, gebe es da nicht einen äußerst faden Beigeschmack. Warum braucht es einen Stadtratsbeschluss, damit Helmut Blank endlich die konkreten Zahlen der letzten Stadtfeste herausrückt, obwohl er sie vor sich liegen hat? Bei den Einnahmen und Ausgaben ist alles in bester Ordnung, es gibt keinerlei Grund für diese sture Haltung. Wenn er solche völlig unnötigen Machtspielchen abstellen würde, wäre eine noch bessere Stadtratsarbeit durchaus denkbar. Der Bürgermeister hat ja auch schon mehrfach bewiesen, dass er in der Lage dazu ist. Solche Spielchen bringen nichts, sie richten nur Schaden an.