Leserbrief zum Busunfall auf der Autobahn in Oberfranken und unserem Bericht "Wie gefährlich ist das Busfahren?" in der FT-Mittwochsausgabe, 7. Juli, auf der Seite 9:

Ich bin seit 31 Jahren Busfahrer, allerdings keiner im Vollzeitjob, sondern "nur" Teilzeitfahrer. Ich fahre nicht jeden Tag Bus, sondern nur jeden zweiten, und habe daher auch keinen "eigenen" Bus. Daher mache ich mir schon seit 20 Jahren zur passiven Sicherheit meine Gedanken, die aber noch kein Gehör gefunden haben. Dass da einiges im Argen liegt, wurde mir zum ersten Mal bewusst, als vor 20 Jahren ein Notarzt auf unseren Betrieb kam um sich die Position der Nothähne im Bus zeigen zu lassen. Er war verwundert, dass diese in jedem Bus einen anderen Platz haben. Dadurch, dass ich keinen festen Bus fahre, muss ich mich jedes Mal vor Fahrtantritt mit den relevanten Sicherheitselementen vertraut machen. Es ist leider nicht so, dass der Warnblinker, die Türnothähne, der Feuerlöscher, selbst die normalen Türöffner und so weiter in jedem Bus ihren festen Platz haben, sondern jeder Hersteller, selbst da noch bei den verschiedenen Typen, kocht hier sein eigenes Süppchen. Diese sicherheitsrelevanten Elemente sollten bei jedem Bus an ein und der gleichen Stelle angebracht sein, damit der Fahrer blind und im Dunkeln im Notfall die Warnblinkanlage einschalten, die Türen öffnen, den Feuerlöscher nehmen, die Warnweste und das Warndreieck finden kann. Im Notfall ist der Fahrer auch etwas durcheinander, und es kann nicht sein, dass er erst überlegen muss, mit welchem Bus er unterwegs ist und wo dort diese "Nothelfer" zu finden sind.

Fritz Haseloff
Köslau