Lange Umwege mussten während der über sieben Monate andauernden Baumaßnahme an der Kreisstraße HAS 46 zwischen der B 303 und Ibind in Kauf genommen werden. Groß waren die Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich auch deshalb, weil auf dieser Strecke auch die Kreisstraße HAS 49 in Richtung Hohnhausen und weiter nach Bramberg beziehungsweise Bischwind abzweigt.

Bürgermeister Hermann Niediek bedankte sich ganz herzlich beim Landkreis Haßberge für die gute Zusammenarbeit, insbesondere bei der Tiefbauverwaltung und der Kreisverwaltung. Ebenso galt sein Dank der bayerischen Staatsregierung für die finanzielle Unterstützung und dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel für seinen Einsatz. Den beteiligten Baufirmen zollte er großes Lob, wie auch den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofes, die bei der Maßnahme tatkräftig mitgeholfen hätten.

"Das was wir hier in einem gemeinsamen Projekt geschaffen haben, das kann uns keiner mehr nehmen", sagte das Burgpreppacher Gemeindeoberhaupt stolz. Die Gelder, die hier ausgegeben wurden, seien mit Blick auf die Zukunft vernünftig angelegt.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 3,2 Millionen Euro. Davon übernimmt der Freistaat Bayern insgesamt 1,9 Millionen Euro, wovon 1,6 Millionen Euro nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und 300 000 Euro nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz gefördert werden.

Den restlichen Betrag von 1,3 Millionen Euro teilen sich der Markt Burgpreppach und der Landkreis Haßberge, wobei Letzterer 70,6 Prozent übernimmt. Somit investiert hier der Landkreis Haßberge knapp 918 000 Euro an Eigenmitteln und gewährt der Gemeinde Burgpreppach außerdem einen einmaligen Unterhaltskostenzuschuss von 150 000 Euro für den Radwegbau.

"Diese Maßnahme belegt wieder einmal, dass dem Landkreis Haßberge sehr viel an einem gut ausgebauten Straßennetz gelegen ist, um den Bürgern des Landkreises eine bestmögliche Infrastruktur zu bieten, so dass auch die etwas abgelegeneren Orte immer gut erreichbar sind", erklärte Landrat Wilhelm Schneider. Sein Dank galt auch den Grundstückseigentümern, die durch den Verkauf von benötigten Flächen den Weg für dieses zukunftsweisende Projekt freigegeben hätten.

Erhöhtes Unfallrisiko beseitigt

Die Kreisstraße HAS 46 führt von der B 303 über Ibind, Burgpreppach, Leuzendorf, Kraisdorf und weiter über Lichtenstein nach Untermerzbach in den Itzgrund. Sie stellt auch die kürzeste Verbindung zwischen Hofheim und Ebern dar. Im Ausbaubereich dient sie aber auch als Umleitungsstrecke für die B 303.

Während einige Teilstrecken zwischen Ibind und der B 279 bereits erneuert wurden, war die Strecke im Bereich dieser Maßnahme in den letzten Jahren nur notdürftig repariert worden. Die Fahrbahnschäden für die rund zwei Kilometer lange Kreisstraße waren in den vergangenen Jahren stetig angewachsen, so dass auch der Unterhaltsaufwand ständig gestiegen ist. Schlaglöcher mussten regelmäßig geschlossen, Absenkungen aufgeholt, Bankette aufgefüllt und Risse immer wieder vergossen werden.

"Enge Kurven und zu geringe Kuppenausrundungen sorgten für unzureichende Sichtverhältnisse, die zu einem erhöhten Unfallrisiko führten. Die völlig unzulänglichen Sichtverhältnisse an Wirtschaftsweg-Zufahrten waren nicht länger hinnehmbar. Die Trassierung entsprach schon lange nicht mehr den heutigen Standards", erklärte Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises.

Im Rahmen der Baumaßnahme wurden die Entwässerungseinrichtungen neu angelegt, im Bereich eines Geländeeinschnitts wurde eine größere Stützwand angeordnet, der Abzweig nach Fitzendorf wurde an eine übersichtliche Stelle verlegt. Die Fahrbahnbreite wurde von fünfeinhalb auf sechs Meter angehoben und die Trassierungselemente wurden den heutigen Anforderungen angepasst. So wurde die Verkehrssicherheit spürbar verbessert.

Unangenehme Überraschungen

Während der Baumaßnahme kam es aber auch zu Überraschungen, die zu nicht unerheblichen Mehrkosten geführt haben. So sind beim Rückbau der alten Straße erheblich größere Mengen an teerhaltigem Material angefallen als angenommen. Zudem war die vorhandene Rollschicht so mit teerhaltigem Material versetzt, dass dieses ausgebaut und aufbereitet werden musste, damit es anschließend wieder als Tragschichtmaterial verwendet werden konnte. Insgesamt sind Mehrkosten in Höhe von mehr als 600 000 Euro entstanden.

Tiefbauleiter Schanz attestierte der bauausführenden Firma Stolz aus Hammelburg eine Spitzenleistung sowohl in terminlicher als auch in qualitativer Hinsicht. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro TBW aus Eltmann beauftragt, für die Bauleitung und Abrechnung zeichnete die Tiefbauverwaltung des Landkreises verantwortlich.

Mit dieser Maßnahme wurde auch ein erster großer Schritt für den Lückenschluss einer Geh- und Radwegverbindung zwischen Burgpreppach und Hofheim getätigt. In diesem Jahr wird das Staatliche Bauamt Schweinfurt im Auftrag der Bundesrepublik die Querung der B 303 sowie die Verbindung zwischen dem jetzigen Radwegende und dem Abzweig der Kreisstraße HAS 46 in Richtung Goßmannsdorf (auch als "Goßmannsdorfer Höhe" bekannt) herstellen, so dass eine gefährliche Überquerung der B 303 für die Radfahrer nicht mehr erforderlich ist.

In einem weiteren Schritt ist vorgesehen, den Radweg vom Abzweig Goßmannsdorf entlang der B 303 hinab nach Goßmannsdorf zu führen.

Die Marktgemeinde Burgpreppach lässt damit eine für den Alltagsradverkehr taugliche Verbindung in Richtung Hofheim bauen.