Morgen beginnt für die bayerischen Abc-Schützen ein neuer und zugleich spannender Lebensabschnitt. Eine große Herausforderung für die Kleinen wird dabei der Schulweg sein, der so manche Gefahren birgt.

Viele neue Eindrücke prasseln auf sie ein, und sie werden sich im Straßenverkehr deshalb nicht so vorsichtig und vorhersehbar verhalten, wie ihre älteren Mitschüler. Alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere die Pkw-Fahrer sind in den kommenden Tagen deshalb gefordert. Es gilt jetzt besonders aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs zu sein und auch mit Fehlern der Kleinen zu rechnen.

Deshalb appelliert die oberfränkische Polizei an alle Verkehrsteilnehmer, noch mehr Rücksicht und Vorsicht walten zu lassen. Bei verstärkten Kontrollen zum Schulbeginn wollen die Polizisten auch die Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht überwachen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden viele Abc-Schützen noch recht unsicher auf den Schulwegen unterwegs sein. Damit sie dennoch immer unversehrt ankommen, sorgen neben der Polizei auch andere Institutionen und ehrenamtliche Helfer wie beispielsweise Schülerlotsen für zusätzliche Sicherheit.

Weniger Schulwegunfälle

Erfreulicherweise zeigt die Statistik für das vergangene Jahr erneut einen Rückgang der Schulwegunfälle in Oberfranken. Während 2018 noch 62 Schüler bei derartigen Unfällen verletzt wurden, waren esein Jahr später 52. Kein Schulwegunfall in Oberfranken endete tödlich. Hier einige Tipps der Polizei: 1. Das richtige Verhalten muss trainiert werden, Sicherheit ist dabei das oberste Gebot. Eltern sollten mit ihren Kindern schon vor dem großen Tag der Einschulung den geeigneten Weg immer wieder üben, dabei auf mögliche Gefahren aufmerksam machen und richtiges Verhalten erklären. Der Ablauf sollte so oft wiederholt werden, bis sich das Kind sicher fühlt. 2. Erwachsene sind für Kinder Vorbild. Erwachsene spielen als Vorbilder eine herausragende Rolle. Kinder orientieren sich an deren Verhalten und imitieren dabei richtiges, aber eben auch falsches Handeln. Diesen Umstand sollten vor allem die Eltern, aber auch alle anderen erwachsenen Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr beachten. 3. Langsam fahren und stets bremsbereit sein. Ein besonderer Appell der oberfränkischen Polizei richtet sich an die erfahrenen Verkehrsteilnehmer, in Gegenwart von Kindern mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren und stets bremsbereit zu sein; nicht nur an Fußgängerüberwegen, Kreuzungen und Einmündungen. Die Kleinen reagieren im Straßenverkehr möglicherweise nicht so, wie man es erwartet. 4. Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste. Gewählt werden sollte ein Schulweg mit möglichst wenig Verkehrskreuzungen und schlecht einsehbaren Ausfahrten. Der Zebrastreifen ist nur dann wirklich sicher, wenn sich alle Fahrzeugführer an den Vorrang der Fußgänger halten und das Auto stoppen. Kinder sollten niemals zwischen geparkten Fahrzeugen durchgehen, um eine Straße zu überqueren. Der Autofahrer sieht sie möglicherweise aufgrund der Sichthindernisse viel zu spät. 5. Einige wichtige Regeln für Fahrschüler. Eltern sollten das richtige Verhalten an Bushaltestellen einschließlich des Ein- und Aussteigens mit ihren Kindern üben. Werden Fahrgemeinschaften gebildet, muss in jedem Auto ein entsprechender Kindersitz vorhanden sein. Kinder müssen auch auf Kurzstrecken richtig gesichert sein. 6. Vor dem Schulbeginn sollte keine Hektik aufkommen. Wer morgens früher aufsteht, kann den Tag ruhiger beginnen. Kinder, die in Zeitnot zur Schule hasten, sind unachtsam und machen Fehler im Straßenverkehr. 7. Helle Kleidung und Reflektoren sorgen für eine bessere Sichtbarkeit. Von Oktober bis Februar müssen die Schüler im Dunkeln oder während der Dämmerung den Schulweg bewältigen. Dabei können einige Faktoren die Erkennbarkeit durch Autofahrer nachweislich erhöhen. Daher empfiehlt es sich, helle, gut sichtbare Kleidung auszuwählen. Zusätzliche Reflektoren an den Schulranzen und den Schuhen erhöhen die Erkennbarkeit und somit den passiven Schutz der Kleinsten. Ergänzend hierzu gibt es leuchtend gelbe Sicherheitsdreiecke zum Tragen über der Kleidung. 8. Erst nach bestandener Fahrradprüfung mit dem Rad zur Schule. Den Schulweg mit dem Fahrrad zu fahren, klingt zunächst sehr verlockend. Allerdings sind die Schulkinder in diesem Alter mit den Regeln, Gefahren und der Geschwindigkeit im Straßenverkehr oft noch überfordert. Die Polizei empfiehlt deshalb, das Radfahren zur Schule erst nach bestandener Fahrradprüfung zu erlauben. Diese kann in der Regel im Rahmen der vierten Klasse abgelegt werden. 9. Mehr Sicherheit durch Verkehrserzieher und verstärkte Kontrollen. Auch vonseiten der Polizei wird alles daran gesetzt, die Verkehrssicherheit zum Schulstart zu erhöhen. Besonders geschulte Verkehrserzieher führen mit den Kids Sicherheitstrainings durch und üben dabei das richtige Verhalten unter dem Motto "Sicher zur Schule - Sicher nach Hause" direkt im Gebiet der jeweiligen Schulen. Zudem werden Polizisten insbesondere in der Nähe von Schulen, an Bushaltestellen und anderen relevanten Örtlichkeiten in ganz Oberfranken verstärkt Überwachungsaktionen durchführen, um die Erwachsenen nachhaltig für das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu sensibilisieren. red