In einem spannenden Spitzenspiel in der Schach-Bezirksoberliga hat sich der SC 1868 Bamberg II mit 4,5:3,5 gegen den SV Seubelsdorf durchgesetzt und die alleinige Tabellenführung übernommen. Dabei bewiesen die Gäste, dass sie sich auch ersatzgeschwächt gegen eine Riege mit Bundesligaerfahrung in einer nahezu aussichtslose Begegnung zurückgekämpft haben.

SC 1868 Bamberg II -
SV Seubelsdorf 4,5:3,5
Bei der direkten Begegnung der beiden Spitzenreiter im hoch über den Dächern der Domstadt gelegenen Bamberger Vereinsheim mussten die Seubelsdorfer daher auf Sieg setzen, wollten sie die Tabellenführung zurücker-obern.
Wie spannend diese Begegnung werden sollte, zeichnete sich zunächst nicht ab, schien doch alles nur in eine, aus Seubelsdorfer Sicht falsche Richtung zu laufen: Hans-Jürgen Drechsel, der erst kurzfristig von seinem Einsatz erfahren hatte, kam rasch entscheidendes Material abhanden.
Tobias Kolb erfreute sich zunächst eines Mehrbauern und der Initiative, ließ aber zu, dass sich die Partie komplett drehte und daraufhin für ihn nicht mehr zu halten war.
Marko Hofmann strebte von Anfang an nach taktischen Verwicklungen; sein Gegner spielte dieses Spiel mit und behielt dabei die Oberhand. Ivan Adamovic legte dagegen die Partie positionell an, drängte dabei seine Schwerfiguren und seinen König zu dicht auf der Grundlinie zusammen, wo sie einem jähen Diagonalangriff zum Opfer fielen.
Als beim Stand von 4:0 das Match entschieden schien, begann die Aufholjagd. Auf den im Zentrum steckengebliebenen feindlichen Monarchen startete Uwe Voigt eine siegreiche Zangenattacke.
Am Spitzenbrett gewann Michal Michalek durch einen systematischen Rundumschlag: Erst errang er die Vorherrschaft am Damenflügel, dann brach er im Zentrum durch, und zu guter Letzt beendete er die Partie stilgerecht auf dem Königsflügel.
Matthias Bergmann drängte seinen Gegenspieler durch ein Qualitätsopfer in die Defensive, erhielt diese Investition mit Zinseszins zurück und erzwang die Kapitulation durch ein elegantes Opfer der Dame, die dank eines umgewandelten Freibauern an anderer Stelle gleich wieder in den Kampf eingriff.
Mannschaftskapitän Christian Gebhardt bemühte sich darum, mit einem weiteren vollen Zähler den nun beinahe schon erreichten Gleichstand sicherzustellen. Aus der Eröffnung heraus gewann er zwar Material, ließ es aber zu, dass die reduzierte gegnerische Truppe mit dem Mut der Verzweiflung in seine Stellung einbrach und doch noch eine Remisschaukel erzwang. uv