von unserer Mitarbeiterin 
Daniela Pondelicek

Coburg — Seit vielen Jahren gehört die Theatergruppe fest zum Schulalltag der Regiomontanus-Schule in Coburg. Um das Schauspiel noch fester in den Deutschunterricht zu integrieren und die Schüler für soziale Ungerechtigkeit auf der Welt zu sensibilisieren, führt die FOS-Vorklasse unter der Leitung von Marina Krauß diesmal vor dem Auftritt der Theatergruppe zwei kleine Stücke von Terre des Hommes auf, in denen es um zerrüttete Kindheiten geht.

Starker EIndruck

Renate Bauer, die sich seit 2007 ehrenamtlich für Terre des Hommes in Coburg engagiert, unterstützt die Schüler bei den Proben. "Wir können uns gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen Kinder teilweise leben müssen", sagt sie. Die Theaterstücke finde sie geeignet, um auf die Situation leidender Kinder aufmerksam zu machen. "Wir stumpfen ab, da wir tagtäglich in den Medien mit schrecklichen Bildern konfrontiert werden. Doch durch das Theater kann man vieles eindrucksvoller darstellen", erklärt sie. Doch damit die Theaterstücke Wirkung erzielen, musste am Skript einiges geändert werden. "Wenn etwas offensichtlich ist oder durch Handlungen schon gezeigt wird, haben wir es aus dem Text gestrichen", betont Marina Krauß. Im zweiten Stück verzichte man sogar komplett auf die Dialoge. Für Renate Bauer bleibt das Stück allerdings auch ohne Worte eindrucksvoll. "Da stockt mir richtig der Atem", lobt sie.
Seit einem halben Jahr laufen die Vorbereitungen für den großen Auftritt der FOS-Vorklasse. Zu den Darstellern gehören auch Steven Einhauser und Felix Wohlleben. "Anfangs hatte ich zwar keine Lust, aber jetzt macht es mir richtig Spaß", sagt Steven Einhauser. Er habe vorher noch nie geschauspielert, aber es sei ihm leicht gefallen, seine Gestik und Mimik zu kontrollieren. "Ich habe nur Probleme damit, im zweiten Stück richtig grob zu sein, da ich mich mit den anderen so gut verstehe", erklärt er.

Spielen kostet Überwindung

Für Felix Wohlleben hingegen sind die Proben nichts Besonderes, denn er hat bei der Kirchentheatergruppe in Neustadt schon Bühnenerfahrung gesammelt. "Ich liebe es, mich in Szene zu setzen und es gefällt mir", erzählt er. Trotzdem habe er sich zunächst im Hintergrund halten wollen. "Aber da jemand kurzfristig abgesprungen ist, habe ich mich bereit erklärt." Auch er hat Schwierigkeiten mit dem zweiten Stück. "Es fällt mir nicht leicht, ernst zu bleiben", gesteht er. Für die jungen Schauspieler sind die Proben noch lange nicht vorbei. "Ich habe für sie noch ein paar Sprachübungen geplant", erzählt Marina Krauß.