Ziel der jüngsten Exkursion der Senioren-Union (SEN), Ortsverband Oberthulba, war die Ritterkapelle in Haßfurt. Albin Schorn, ein Einheimischer, übernahm die Führung und erwies sich als profunder Kenner der Ritterkapelle, die auch Marienkapelle genannt wird.


460 Jahre lang gebaut

Noch vor Betreten der Ritterkapelle gab er den Senioren einen historischen Rückblick. So war mit dem Bau der Ritterkapelle 1431 unter Bischof Johann II. von Brunn begonnen worden, wie er erzählte. Nach der Einwölbung des Chores im Jahre 1465 erfolgte die Einweihung der Kapelle durch Bischof Johann III. von Grumbach. Erst unter Bischof Rudolf von Scherenberg kam die Bautätigkeit zu einem vorläufigen Abschluss.
1603 veranlasste Bischof Julius Echter eine umfassende Sanierung der Kapelle, die sich in schlechtem Zustand befand. 460 Jahre lang wurde an der Kapelle gebaut, und letztlich war es Anton Dorner, der die Instandsetzung der Kapelle Ende des 19. Jahrhunderts zu Ende brachte.
Die Kapelle gilt heute als eines der wichtigsten spätgotischen Bauwerke Unterfrankens. Beim Umbau im neugotischen Stil, der im 19. Jahrhundert begonnen wurde, sind die üppigen Verzierungen hinzugekommen, die man heute sehen kann.
Dann führte Albin Schorn die Senioren in das Innere der Ritterkapelle und stellte das Westportal mit seinem Kreuzgewölbe vor, dem ein nackter Mann eingearbeitet ist, der sogenannte "Viertugendmann". Außerdem erklärte er die mittelalterlichen Wand- und Deckengemälde und vieles mehr.


Werke von Riemenschneider

Danach führte Stadtführer Heribert Derleth die Senioren zu den Sehenswürdigkeiten der Altstadt Haßfurts. Dazu gehörten zum Beispiel das ehemalige fürstbischöfliche Amtshaus, jetzt Rathaus, ein spätgotischer Steinbau, erbaut Anfang des 16. Jahrhunderts, die historischen Stadttürme, die gotische Stadtpfarrkirche St. Kilian mit zwei Werken des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider sowie mehrere historische Fachwerkhäuser.
Der erlebnisreiche Nachmittag der Oberthulbaer Senioren-Union endete in gemütlicher Runde im direkt am Main gelegenen "Meehäusle", dem früheren Naturfreundehaus. red