von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Bad Staffelstein — Der Seniorennachmittag der Stadt zählt zu den Veranstaltungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Bei stimmungsvoller Musik und einem interessanten Rahmenprogramm erlebten am Mittwochnachmittag Senioren einige unterhaltsame Stunden.
Der Seniorennachmittag wurde im Jahr 1987 unter dem damaligen Bürgermeister Reinhard Leutner eingeführt. Nach einer kurzen Unterbrechung fand er heuer bereits zum 25. Mal statt. "Die Veranstaltung soll ein Dankeschön sein, an die Seniorinnen und Senioren", sagte Walter Mackert, der Seniorenbeauftragte der Stadt. Zwar sei die Jugend die Zukunft einer Gesellschaft, aber die Senioren hätten mit ihrer Arbeit, mit Fleiß und Sparsamkeit dafür gesorgt, dass die Jugend erst eine Chance hat. "Ihr habt zum Wohlstand beigetragen", würdigte Mackert.
Bürgermeister Jürgen Kohmann freute sich, dass so viele Gäste die Einladung angenommen hätten. Im Vorfeld hatten sich rund 370 Männer und Frauen bei der Stadt dazu angemeldet. In der Adam-Riese-Halle wurden aufgrund von Erfahrungen der letzten Jahre aber 460 Sitzplätze bereitgestellt. Am Ende blieb kaum ein Stuhl unbesetzt. Viele der Senioren hatten sich extra für diesen Anlass "schick" gemacht. Für viele bedeutet der Nachmittag eine willkommene Abwechslung vom Alltag und eine gute Gelegenheit, Bekannte zu treffen, zu denen sonst kaum noch Kontakt besteht.

Tänzerinnen und Turner

"Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Leuten, die man lange Zeit nicht mehr gesehen hat", erklärte Hans Horn aus End. Die Stadt hatte Busse eingesetzt, um die Teilnehmer aus allen Ortsteilen abzuholen. Der Nachmittag begann mit Kaffee und Kuchen. Als ersten Programmpunkt erfreuten die jungen Turner des TSV am Reck. Über viel Applaus durften sich auch die Mädchen der Ballettschule von Alice Göhl freuen, die mit fetzigem Rock 'n' Roll und dem Tanz Car Wash die Zuschauer begeisterten. Schwester Adelheid und Schwester Christine zeigten mit ihren Damen, dass ein Seniorentanz durchaus auch fetzig sein kann.
Mit dem Udo-Jürgens-Hit "Mit 66 Jahren" leiteten die beiden Musiker Bernd und Jürgen Donath zu einem weiteren Höhepunkt über. Die ältesten Teilnehmer und die Paare, die lange verheiratet sind, erhielten jeweils eine Flasche Sekt. In diesem Jahr waren dies Elisabeth und Hans Pfadenhauer, die seit nunmehr 66 Jahren verheiratet sind. Mit ihren knapp 90 Jahren wirkte das Ehepaar quicklebendig. Hans Pfadenhauer verriet ihr Geheimnis: Beide fahren immer noch begeistert Vespa.
Mit ihren knapp 95 Jahren ist Gerda Orlikowski eine der Ältesten unter den Gästen. Die Staffelsteinerin besucht den Seniorennachmittag seit es ihn gibt. "Ich war mit meinen Mann immer unter den ersten, die auf dem Tanzboden waren", erzählte sie. Damals hat es für die besten Tänzer noch Preise gegeben. Die 94-Jährige und Ehemann Fritz haben keinen einzigen Seniorennachmittag ausgelassen. Seit er gestorben ist, führt sie die liebgewonnene Tradition alleine fort.
Die Organisatoren und viele Helfer, darunter die Mitglieder der Gruppe 60+ des katholischen Frauenbundes, des Seniorenbeirats und des Seniorenkreises sowie das Team des TSV und viele Helfer der Stadt sorgten dafür, dass sich alle wohlfühlten. Einige Paare schwangen auch das Tanzbein. Glückliche Gesichter sah man nicht nur bei den Schunkelrunden. "Die Stadt und Walter Mackert verstehen es, den Tag zu organisieren", lobte Hans Horn.