Eine Schar Mönchrödener Kinder dürfte dem Bausenat der Stadt seit Mittwoch dankbar sein. Bei seiner Besichtigungsfahrt hatte das Gremium den Teich zwischen Schule und Kloster Mönchröden zu begutachten. Der Elternbeirat des Kindergartens, der an die Schule angebaut wurde, hatte gefordert, den kleinen Teich einzuzäunen. Der Senat lehnt dies ab.
Als Begründung hatte der Beirat angegeben, es seien schon Kinder ihren Eltern ausgebüxt und ins Wasser gefallen, in dem just am Lokaltermin des Senats eine Schar Kinder fröhlich planschte. Ihnen dieses Vergnügen zu nehmen, fiel den Senatoren nicht ein. Abgesehen davon, dass der Feuerlöschteich zugänglich bleiben solle, meinte Bürgermeister Marco Steiner (FW): "Wenn Kinder ihren Eltern ausbüxen und in den Teich fallen, dann ist einiges schief gelaufen, aber nicht, dass dort kein Zaun ist."
Bei einer weiteren Forderung des Elternbeirats zeigten die Ratsmitglieder dafür mehr Verständnis. Es fehlt, so die Eltern, an Schatten auf der Terrasse des Kindergartens. Mit einer Jalousie sei da zwar alles Erforderliche getan, was das Innenklima angeht, es sei aber verständlich, dass auf der Freifläche auch Schatten gewünscht wird. Für unpraktikabel wurde allerdings der Vorschlag der Eltern empfunden, eine Markise anzubringen. Abgesehen davon, dass dies am Isolationsmauerwerk kaum möglich sei, meinten die Fachleute, dass sie zu wenig Schatten bringen werde und zu windempfindlich sei. Der Senat schlägt vor, ähnlich wie im Kindergarten St. Johannis, mit großen Sonnenschirmen für Schatten zu sorgen. Die pro Exemplar rund 3500 Euro teuren Schirme, von denen zwei bis drei installiert werden könnten, solle die Arbeiterwohlfahrt als Träger des Kindergartens zahlen. Wie bei St. Johannis würde die Stadt die Fundamente für die ganzjährig eingebauten Schirme übernehmen. Die Kosten für eine Markise wären nach Einschätzung des Senats ungefähr gleich wie die für die Schirme.
Wie eine ebenfalls von den Eltern geforderte Überdachung vor dem Eingang zum Kindergarten aussehen könnte, darüber sollen sich die Fachleute aus dem Bauhof noch Gedanken machen. Angebaut an das Gebäude könne sie aber kaum werden, war man sich einig.


Wachstum einer Halle

Nicht eben erfreut zeigten sich die Senatsmitglieder angesichts eines Baugesuchs aus Oberwohlsbach. Schon bei einem Ortstermin wegen einer Bauvoranfrage war das Gremium skeptisch, weil eine Halle auf einem Grundstück Am Froschgrund errichtet werden soll, das bisher im Außenbereich liegt. Der Bauinteressent argumentierte damals, dass er gern auf dem langen und schmalen Grundstück Material und Maschinen für seinen Betrieb als Landschaftsgärtner und Hausmeisterservice lagern würde, weil er daneben wohnt. Weil das Grundstück so schmal ist, würde die Halle durchfahrbar gebaut. Auf dem Grundstück dahinter wäre dann Lagerfläche im Freien möglich. Weil die Nachbarn keine Einwände hatten, stimmte der Senat einer nötigen Änderung des Flächennutzungsplanes zu.
Nun kam der Bauantrag auf den Tisch. Darin ist die Halle aber jetzt mit knapp elf Metern Höhe geplant, nicht mit rund acht Metern, wie in der Voranfrage. Im Obergeschoss der Halle ist inzwischen eine Wohnung geplant, von der bisher nicht die Rede gewesen war. Einige Senatsmitglieder fühlten sich daher "ein wenig veräppelt", wie es Georg Burkardt formulierte.
Die Änderung des Flächennutzungsplanes ist noch nicht rechtskräftig. Bis das der Fall ist, muss der Bauherr auf alle Fälle noch warten, ehe er eine Zusage für das Einvernehmen der Stadt erhält. Ist die Änderung des Planes durch, kann ein Bauvorhaben an der Stelle kaum durch den Senat verhindert werden - Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt, das im Zweifelsfall das Einvernehmen der Stadt ersetzen könnte.
Was dem Senat aber unbenommen bleibt, ist, zu beurteilen, ob sich der Baukörper in der geplanten Größe in das Landschafts- und Bebauungsbild einfügt. Damit könnte die geplante Höhe durchaus auch wieder reduziert werden. Ob bei einer Gesamthöhe von acht Metern dann die Wohnung verwirklicht werden kann, ist fraglich.