Mit fünf Jahren war Christian Ulbrich bereits so fasziniert von Tennis, dass er viele Spiele seiner Mutter selbst auf dem Platz verfolgte. Als Ulbrich dann zwölf war, hat ein Freund seines Bruders ihm Tennis beigebracht. Und die Leidenschaft für diesen Sport hat bis heute nie aufgehört. Christian Ulbrich ist der Gründer des Tennisclubs Höchstadt, der am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feierte.
Ulbrich blickt zurück: "Ich habe mir geschworen, ich gründe hier einen Tennisverein". Und so nahm er sich das Telefonbuch und suchte. 50 Interessierte erschienen dann auf der ersten Versammlung, von denen sich prompt 40 anmeldeten. Allerdings mussten die noch warten, bis der erste Tennisplatz gebaut werden konnte. Der wurde erst 1970 fertiggestellt.


Niedrige Beiträge

Ganz wichtig für Ulbrich, der über 25 Jahre Vorsitzender des Vereins war, ist aber auch die Jugendarbeit. "Die Jugendlichen müssen an den Sport herangeführt werden", erklärt er. Deswegen waren die Mitgliederbeiträge sehr niedrig.
Den vorläufigen Höhepunkt der Mitgliederzahlen gab es 1993 nach dem "Graf-Becker"-Boom. 550 Angehörige zählte da der Verein, 200 davon waren Jugendliche. Aber auch heute versucht man im Verein viel, um die Jugend zu stärken. Bei einem Kids-Treff können sich Kinder ausprobieren, ohne viel Geld dafür zu zahlen. Bernt Haus, aktueller Vorsitzender des Vereins, setzt aber auch auf junge Trainer, denn die "haben einen anderen Draht". "Wir wollen Spaß am Sport vermitteln", erklärt er, "es geht mir nicht um Mitgliederzahlen, sondern darum, die Leute zum Sport zu kriegen".


Landrat beeindruckt

Schwierig sei es bei Kindern vor allem deswegen, weil sie durch die Schule immer weniger Zeit haben. Auch anlässlich der 50-Jahr-Feier hat der Verein am Samstag ein Schnuppertraining angeboten, bei dem Schläger, Bälle und Schuhe vom Verein gestellt wurden.
Landrat Alexander Tritthart (CSU), der zum ersten Mal die Anlage des TC Höchstadt besuchte und dem Verein zum Jubiläum gratulierte, war sichtlich beeindruckt. Ebenso Bürgermeister Gerald Brehm (JL), der froh ist, dass sich der Club so etabliert hat.
Als nicht alltäglich bezeichnete es Dekan Kilian Kemmer, dass er gut ein Vierteljahrhundert nachdem er die neue Anlage eingeweiht hatte, auch zum Jubiläum wieder eingeladen wurde.
Während die einen bei Kaffee und Kuchen die Sonne auf dem Sportgelände genossen, schwitzten die auch zum Verein gehörenden Volleyballer zusammen mit eingeladenen Gast-Teams bei einem Beachvolleyball-Turnier auf der Anlage.
Tennisfreunde konnten dann ihre Aufschlaggeschwindigkeit messen lassen. Obwohl kein Tennisspieler, schaffte Landrat Tritthart hier über 90 Stundenkilometer. Auch zwei Show-Matches bekamen die zahlreichen Besucher zu sehen. Ein Mixed mit Aktiven aus dem Verein und ein Herren-Einzel. Hier spielte Tobias Schaller aus der Bayern- gegen Jan Leithner aus der Bezirksliga.
Am Abend ging dann die Jubiläums- in eine Sonnwendfeier über und es wurde beim Tennisclub das schon traditionelle Sonnwendfeuer entzündet.
Für die Zukunft hofft Zweiter Vorsitzender Swen Weisenberger auf einen erneuten Tennisboom. "Je mehr Mitglieder der Verein hat, desto mehr kannst du auch in die Förderung stecken", sagt er. Vereinsgründer Christian Ulbrich, der am Samstag geehrt wurde, ist sich aber sicher: "Der Verein hat eine gute Zukunft."