170. Geburtstag feierte einer der ältesten Vereine im ganzen Landkreis Lichtenfels, der Liederkranz Redwitz in der Hanftschen Festscheune. Ehrungen standen im Mittelpunkt und zusammen hatten die acht geehrten Mitglieder fast ein halbes Jahrtausend Singen im Chor hinter sich gebracht.
Nach der fulminanten Einleitung durch die Bläsergruppe "16-66 Brass" und der Einleitungshymnus des Chors des Liederkranzes gedachte Vorsitzender Jochen Neumann des kürzlich verstorbenen Kreisvorsitzenden Günter Freitag, der die Ehrungen verdienter Sänger hatte vornehmen sollen.
In einer kurzen Andacht mit Fürbitten und einem Vater unser durch Pastoralreferent Johannes Haaf und Pfarrer Steffen Daniel Schwarz, brachte dieser zum Ausdruck, dass es immer wichtig gewesen sei, den Gesang in 170 Jahren unter dem Segen Gottes zu stellen. Der Vorsitzende der Sängergruppe Kordigast, Roland Dietz, machte deutlich, dass Sängerinnen und Sänger ihr Hobby mit Freude ausführen.
Recht unterhaltsam ließ Jochen Neumann in der Chronik 170 Jahre Vereinsgeschichte passieren. Er verwies in den Jahren mit besonderem Geschehen im Liederkranz Redwitz auch auf die großen Ereignisse in der ganzen Welt. Menschen Freude zu bereiten, sei sicher ein Gründungsgrund gewesen, der bis heute immer noch Bestand habe.
1862 erhielt der Verein eine Satzung, die vom königlichen Bezirksamt in Lichtenfels genehmigt wurde. In dieser steht unter § 12: "Solange ein Quartett gesungen werden kann, bleibt der Verein bestehen."
1897 gab es ein Liederkranzfest zum 50-jährigen Bestehen und die erste Vereinsfahne wurde angeschafft. Das Fest war ein Verlustgeschäft und es musste ein Kredit über 100 Mark aufgenommen werden. 1922 wurde das 75-jährige Bestehen gefeiert, von dem der Chronist überschwänglich berichtete: "Um 5 Uhr am Abend ist Redwitz leer gegessen. Es gibt nirgendwo mehr Brot und Wurst, so groß war der Andrang zum Fest."
Von 1892 bis 1945 hatte Karl Harthan den Chor als Dirigent 53 Jahre geleitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 das erste Sängerfest zum 100-jährigen Bestehen im Landkreis gehalten. In diesem Jahr erhielt der Liederkranz die "Zelterplakette" aus den Händen des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss.
Beim 125. Jubiläum nahmen 43 Chöre teil. Den Festakt begleitete das Kammerorchester aus Ansbach. Zum 150-jährigen Bestehen 1997 wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft. Ein Festzug mit 35 Vereinen und Kapellen war der Höhepunkt.
1999 wurden die Redwitzer Ohrwürmer und 2001 der Chor "Route 16-66" gegründet, bei dem beim ersten Termin 73 Sängerinnen und Sänger anwesend waren. Beide Gründungen erfolgten auf Initiative von Reiner Scholz. Großartige Konzerte und Gesangsabende sowie Gruppensingen waren in den nächsten Jahren zu verzeichnen.
Der Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen verdienter Sänger, die Jochen Neumann und Gruppenvorsitzender Roland Dietz vornahmen. 65 Jahre aktiv ist Gerhard Häublein, seit 60 Jahren singen im Chor Klaus Lorper, Margot Neumann, Brigitte Sauer und Herta Schilling. 50 Jahre gehört Ingrid Scholz dem Liederkranz an, und seit 40 Jahren sind Andrea Gänslein und Wernfried Mitlacher aktive Sänger. Jochen Neumann dankte den Geehrten für ihre Treue und Zuverlässigkeit über die ganzen Jahre.
Bürgermeister Christian Mrosek zitiert Martin Luther "Musik ist eine Gabe Gottes, die den Teufel vertreibt und die Menschen fröhlich macht." Das war in Redwitz über 100 Jahre immer gegeben.
Die Gesangsauftritte der Chöre begannen mit den Redwitzer Ohrwürmern. Musikalisch gratulierten die Patenvereine aus Marktgraitz, Unterlangenstadt, Burgkunstadt und Oberlangenstadt dem Liederkranz Redwitz zu seinem 170. Geburtstag.
Höhepunkt der Gesangsauftritte war der des Chors "16-66". Unter der Leitung von Uwe Stegner und am Klavier mit Klaus Bucka brachte der Chor seine moderne Ausrichtung voll zur Geltung. rdi