Eine Staatsmedaille wird einem ja nicht jeden Tag verliehen und es bedarf schon ganz besonderer Verdienste, damit so etwas überhaupt passiert. Umso mehr freute sich kürzlich der Schwärzdorfer Edgar Grünbeck, denn er konnte anlässlich eines kleinen Festaktes aus den Händen von Baudirektor Lothar Winkler, dem Behördenleiter des Amtes für ländliche Entwicklung in Bamberg, die Staatsmedaille in Bronze in Empfang nehmen. Er erhielt diese ganz besondere Auszeichnung unter anderem für seine Leistungen im Bereich der Ländlichen Entwicklung und sein Engagement in vielen anderen Bereichen.

"Sie sind Leistungsträger mit großem persönlichen Engagement, mit Sachverstand und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein." Das bescheinigte Lothar Winkler, der den Schwerpunkt seiner Laudatio auf die Verdienste von Edgar Grünbeck legte. Und die zählte er auch gleich auf: "Sie sind für das Ehrenamt gerade in der Ländlichen Entwicklung ein sehr gutes Beispiel. Sie opferten Ihre Zeit, Ihre Fähigkeiten und Ihren Einsatz für uns alle, aber ganz konkret vor Ort in Neundorf und Schwärzdorf. Das Motto der ländlichen Entwicklung ,mitdenken, mitplanen, mitgestalten' verkörpern Sie perfekt."

Grünbeck sei die "maßgebliche Person" im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewesen und somit auch Bindeglied zwischen dem Amt für Ländliche Entwicklung und der örtlichen Bevölkerung. Allerdings hätten nicht nur diese Leistungen alleine dazu geführt, dass er ausgezeichnet werde. "Ihr Engagement in vielen anderen Bereichen ist beeindruckend. Sie waren 25 Jahre Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbandes für Schwärzdorf. Außerdem waren sie 20 Jahre lang Mitglied im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim und seit 1956 Mitglied der Feuerwehr Schwärzdorf, zeitweise sogar als stellvertretender Kommandant. Außerdem sind Sie aktives Mitglied im Gesangverein Neundorf und auch hier waren Sie zeitweise der zweite Vorstand." Danach beschrieb Lothar Winkler den Weg, den Edgar Grünbeck im Bereich der Ländlichen Entwicklung beschritten hat: "Sie waren örtlich Beauftragter und Mitglied im Vorstand seit Beginn des Verfahrens im Jahr 1990. Ab 1994 waren Sie engagiertes Mitglied im Arbeitskreis zur Vorbereitung der Dorferneuerung. Sie waren der perfekte Koordinator bei der Organisation und der Ausführung von Eigenleistungen der Teilnehmer. Außerdem war ihre besonnene Art als Vermittler in Konfliktfällen sehr geschätzt." Künftig soll Reiner Grünbeck die Nachfolge seines Vaters Edgar antreten, der nun zum örtlich Beauftragten gewählt wurde.

Ein "harter Job"

Winkler streifte in seiner Rede vor allem auch die Bedeutung des Ehrenamts. Es mache einerseits Freude, aber es sei eben auch ein "harter Job mit viel Verantwortung." Außerdem sei es keine Frage von Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft, es sei vielmehr eine Aufgabe, die Sinn und Bestätigung für das Leben eines jeden Einzelnen bringe. "Ohne bürgerschaftliches Engagement im Ehrenamt ist ein freiheitlicher, demokratischer und sozialer Staat nicht denkbar. Deshalb ist es auch nötig, dieses Ehrenamt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, um noch mehr Menschen dafür zu begeistern und zu gewinnen. Wir benötigen sie auch als Vorbilder für andere."

Bürgermeister Oliver Plewa freute sich, "dass wir solche Leute in unserer Dorfgemeinschaft haben, denn die brauchen wir, sie sind extrem wichtig für die Ortsteile." Auch stellvertretender Landrat Gerhard Wunder zeigte sich stolz, dass es "solche Bürger im Landkreis gibt." Sie seien nachahmenswert. Und dieses Erfolgsrezept und die Zuversicht müsse man auch nach außen tragen, denn genau davon lebe die Demokratie. "Wenn wir zusammenhalten, schaffen wir alles."

Altbürgermeister Hans-Peter Laschka richtete anerkennende Worte an den Geehrten: "Diese Auszeichnung hast du verdient!" Grünbeck sei couragiert, engagiert und ausgeglichen. Es habe viel zu reden gegeben während der Maßnahmen und Grünbeck habe sich als Vermittler immer wieder Respekt verschafft. Die Worte am Ende gebührten dem Geehrten selbst und der wirkte nicht nur mächtig beeindruckt, sondern vor allem bescheiden. "Ich dachte gar nicht, dass es hier so feierlich zugeht, aber es freut mich." Dann blickte er auf die Anfänge der Maßnahmen zurück und witzelte: "Das war schon nicht so ganz einfach. Erst war Geld da, dann wieder nicht, dann wieder doch. Planungssicherheit gab es vor 30 Jahren nicht. Und obendrein waren wir alle Neulinge in der Flurbereinigung, aber wir haben dazugelernt. Außerdem habe ich in den 30 Jahren ungefähr zehn verschiedene Vorstände der Teilnehmergemeinschaft erlebt und habe mit ihnen gearbeitet."