Die Frühförderung "Sehen" machte das Besucherbergwerk schon für ganz Kleine erfahrbar. Aus ganz Oberfranken kamen Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern nach Kupferberg. Dort wurden sie vom Werner Großkop und seiner Frau Doris Wimmer mit einem liebevoll vorbereiteten Programm erwartet.
Auf den Spuren der sieben Zwerge zogen die Kleinen los. Geheimnisvoll glitzerte den Kindern im Stollen Gold und Silber entgegen. Eifrig füllten sie ihre Beutel mit den Kostbarkeiten. Auch sieben Mützen hatten die Zwerge zurückgelassen.
Ja, es war ein Erlebnis mit allen Sinnen. Hinein in den Stollen ging es vom Hellen ins Dunkle, vom Warmen ins Kalte und die Stimmen hallten. Welche Herausforderung dies für sehbehinderte Kinder ist, veranschaulicht Maria Miller-Gadumer von der Frühförderung "Sehen" des bbs Kulmbach. "Normalerweise benötigen die meisten unserer Kinder eine gute Ausleuchtung, um halbwegs etwas zu sehen. Sich nur mit einer Taschenlampe ins Dunkle vorzutasten, ist für Sehbehinderte schwierig und fordert ein großes Vertrauen. Sehen ist für unsere Kinder schon unter normalen Lichtverhältnissen extrem anstrengend." Doch trotz Handicap wagten sich die Kleinen an einem Seil gemeinsam mutig in die Tiefe.
Werner Großkop berichtete, wie beschwerlich und gefährlich so ein Bergwerksleben war. Bei Kerzenlicht schufteten die Bergleute im Dunkeln. Die schweren Holzwägen mussten mühsam den Berg hochgeschoben werden. Da das Rollen der Räder sich wie Hundeknurren anhört, wurden sie "Grubenhunde" genannt. Die Kinder bekamen eine Ahnung, wie hart die Arbeit eines Bergmanns früher war.
Wenn nach Starkregen Wasser im Berg war, konnte nicht weitergearbeitet werden und die Bergwerksfamilien mussten hungern. Die Steine wurden in Handarbeit herausgeklopft. Da war es ein Fortschritt, als das Dynamit erfunden wurde. Ein Höhepunkt war, dass die Kinder selbst eine imitierte Sprengung auslösen durften. "Mit solch erlebnispädagogischen Familienveranstaltungen wollen wir schon den ganz Kleinen Erfahrungen ermöglichen, die sie im Alltag nicht machen können", erläutert die Frühförderin Barbara Lauterbach. "Und es tut gut, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen!" ergänzte eine Mutter.
Die Eltern waren sich einig: Das Besucherbergwerk ist ein lohnendes Ausflugsziel. Gerne wollen einige wiederkommen, um an einer Führung für Erwachsene teilzunehmen. Dass der Museumsverein mit seinem Besucherbergwerk ein offenes Herz für Behinderte hat, konnte eine anwesende Altenpflegerin erfahren. Schon jetzt können Rollstühle in das Bergwerk geschoben werden. Momentan werden noch Sponsoren für ein Elektrofahrzeug gesucht, um den Zugang für Körperbehinderte noch barrierefreier zu gestalten. red