Eblesbach — Gefühlt tausendfach haben die Bürger aus dem Ebelsbacher Ortsteil Rudendorf versucht, mit ihrem Netzanbieter Kontakt aufzunehmen. Vergebens. Rund sechs Wochen lang waren die Kunden von einem Totalausfall betroffen. "Wir fühlen uns richtig allein gelassen", schilderte eine Rudendorferin die Gefühlslage der Betroffenen. Nach langem Warten wandte man sich schließlich an diese Redaktion mit der Bitte, der Sache auf den Grund zu gehen.

Kurz darauf fand ein Gespräch mit dem Konzernsprecher von Vodafone Deutschland, Volker Petendorf, statt. Er lies sich die Situation schildern und schrieb sich die Orte auf, die von einer Störung betroffen waren. Das zweite Telefonat endete dann mit der Information, dass die zwei Stationen an den Standorten Kirchlauter und Veitenstein geprüft worden seien und störungsfrei arbeiten würden. "Wir können die Aussagen nicht nachvollziehen", so Petendorf.

Er könne sich nur vorstellen, dass die Störungen in den Konfigurationen der Handys begründet liegen oder je nach tariflichen Gegebenheiten entstanden sind. Er empfahl den Kunden, sich bei ihrem Provider zu melden. "Die Aussagen des Konzernsprechers empfinde ich als unverschämt und sehr überheblich", schreibt Leser Klaus Schlee aus Breibrunn. "Seit Ende April bekomme ich mit meinen beruflich genutzten Handy und Tablet zuhause keine Verbindung zum Vodafone-Netz." Gerade im Homeoffice sei das besonders ärgerlich. "Zum Glück kann ich mit privatem Handy und Internet das alles umgehen", so Klaus Schlee.

Analyse war erfolgreich

Diese Zeitung hakte also weiter bei Vodafone Deutschland nach und bat den Konzernsprecher darum, einige Rufnummern von betroffenen Kunden aus Rudendorf entgegenzunehmen, um diese im Einzelnen zu prüfen und mögliche Probleme nachvollziehen zu können.

"Eine erste Analyse der Handy-Nummern lässt darauf schließen, dass es wohl um die Mobilfunkstation in Baunach, Lußberger Forst geht. Offenbar ein Anbindungsfehler auf einer Telekom-Zufuhrstrecke zu diesem Standort", mutmaßte Volker Petendorf kurz darauf. Eine weitere, später durchgeführte Analyse bestätigt nun den Verdacht: "Die Analyse der von Ihnen übermittelten Handy-Nummern hat tatsächlich ergeben, dass es um die Mobilfunkstation im Lußberger Forst geht und nicht um die in Ebelsbach."

Diese Erkenntnis führte schließlich zum Durchbruch, wie der Konzernsprecher erläutert. Der Netzbetreiber schickte kurzerhand einen Technik-Spezialisten an diesen Mobilfunkstandort im Lußberger Forst, um ihn genauer zu prüfen. "Dieser hat die Anbindung der Station an das weltweite Telekommunikationsnetz für Telefonie und Datenverkehr erneuert und die Konfiguration der Station neu eingestellt."

Nachdem der erste Artikel am Donnerstag veröffentlich wurde, "wurde in wenigen Stunden das Wunder vollbracht", schreibt Leserin Gertrud Zieg. Ihr Mobilfunkvertrag funktioniert wieder. Und auch Petendorf bestätigt: Seit dem gestrigen Freitag, 11. Juni, sollten die vorübergehenden Performance-Einschränkungen nun endgültig behoben sein. "Die Station steht den Vodafone-Kunden wieder in der zuvor gewohnten Qualität zur Verfügung", sagt Petendorf zuversichtlich. Der Konzernsprecher bittet die betroffenen Kunden um Entschuldigung für ihre Unannehmlichkeiten.