Kronach — Unterhaltsamer Swing, Blues, Latin und moderner Big-Band-Jazz: Wenn die Bläser und Bläserinnen loslegen, dann ist tatsächlich etwas los. Die Ansteckungsgefahr ist groß gewesen am Sonntag in der Christuskirche - der Jazz-Virus grassierte. Beim Publikum waren gleich von Beginn an erste Symptome auszumachen: Lächelnde Gesichter, nickende Köpfe und wippende Füße. Es gab kein Entkommen. Verantwortlich für die "Epidemie" war die klangstarke "Big Wabbit Band" - und einen schwungvolleren Start in die neue Kirchenmusik-Saison hätte man sich wahrlich nicht wünschen können. Die Christuskirche mit ihrer hervorragenden Akustik jazzte und swingte, dass es eine wahre Freude war.


Spürbare Freude an der Musik

Musik "muss" nicht immer "nur" feierlich oder ernst sein - nein, sie soll auch "einfach" Spaß machen. Diesen Spaß und die Freude an der schönen Musik merkte man den Bandmitgliedern deutlich an, die ihr exzellent zusammengestelltes Programm mit voller Kraft ins Publikum bliesen. Unter der professionellen musikalischen Leitung von Matthias Zippel finden sich in der "Big Wabbit Band" seit Dezember 2012 ambitionierte Amateure, Halbprofis und Profis sowie Liebhaber des Big-Band-Jazz zusammen, die musikalisch neue Herausforderungen gesucht haben. Die Mitglieder stammen aus den Landkreisen Bamberg, Coburg, Nürnberg und Schweinfurt. Für den Namen Wabbits gibt es mehrere Deutungen, die wahrscheinlichste ist die, dass Elmer Fudd aus der "Bugs Bunny Show" kein "R" aussprechen konnte und statt "Rabbits" einfach "Wabbits" gesagt hat. "Für uns steht Wabbits als Abkürzung von "Were rabbits" - also Menschen, die sich ab und an in Rabbits (Hasen) verwandeln; insbesondere dann, wenn die musikalische Performance besonders gut gelingt", erklärte Zippel. Auf die Idee sei man durch ein Stück eines ihrer Lieblingskomponisten, Gordon Goodwin, gekommen - mit dem Namen "Hunting Wabbits". Dieses Stück darf dann auch bei keinem Konzert der Band fehlen.


Mit eigener Note

Die hervorragenden Musiker und Musikerinnen haben sich ihre respektvolle Liebe zum Big-Band-Jazz bewahrt, ohne dabei einen eigenen Stil vermissen zu lassen. Mit ihrer handgemachten und spürbar von Herzen kommenden Musik trafen sie genau den Geschmack des altersmäßig bunt gemischten Publikums und rissen es von den ersten Tönen an mit. Der schmissige und rassige Blechbläsersound ging ins Ohr und Blut über. Die Band musizierte fröhlich verspielt und emotional aufgeladen und gab dabei jedem Stück eine ganz Note - und das alles auf enorm hohem Niveau.
Im harmonischen Gesamtklang waren rund ein Dutzend wunderbarer Arrangements zu hören - von überschäumender Spielfreude wie beispielsweise "Winter Games", "Every Summer Night", "Walkin' Tiptoe", "A few good Men", "Watermelon Man", "I love Paris" aber auch mal leisere, zutiefst berührende Klänge - so "Letter from Home", "Always and forever" oder "Dream of the Return". Diese Mischung kam einfach an, wobei vor allem auch die vielen virtuosen "feinwürzigen Soli" für Begeisterung sorgten.
Belohnt wurde das Publikum mit der grandiosen Zugabe "I left my Heart in San Francisco", das die Band spontan in "I left my Heart in Kronach" umtitelte - verbunden mit dem Wunsch, von Dekanatskantor Marius Popp noch einmal in die Christuskirche eingeladen zu werden.